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Ein Blick in die (Wissenschafts-)Vergangenheit zum Thema Klima, Kohlendioxid und Klimawandel

Nach dem es im zweiten Teil der Vorlesungsreihe „Klimawandel und ich“ an der Heinrich-Heine-Universität um die „Auswirkungen des Klimawandels“ ging, war das nächste Thema die „Geschichte des Klimawandels“. Der Titel ist vielleicht ein wenig irreführend, denn es ging um wissenschaftliche Erkenntnisse seit 1800, die Informationen zum Klima und dem Klimawandel liefern. Unten in der Abbildung seht ihr kurz die wichtigsten Meilensteine. Mein Blatt hat gerade gereicht. – Natürlich könnte ich auch gute Planung sagen. 😉

Geschichte des Klimawandels

Meine Mitschrift zur Vorlesung „Geschichte des Klimawandels“, Abbildung: R. Schügner

Da es sich um eine lange Entwicklung mit einer ganzen Reihe an wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt, habe ich mir ein paar ausgesucht und genauer angesehen. Und ich bin (als Farbstoffchemikerin) direkt beim ersten Punkt „hängengeblieben“: Licht und Farbe – oder in diesem Fall Licht und Infrarotstrahlung. 🙂 Wilhelm Herschel entdeckt die Infrarotstrahlung im Jahr 1800.

Meine erste spannende Entdeckung war, dass Wilhelm Herschel (oder William Herschel) eine interessante Biografie hat. Er wurde zu einer Zeit in Hannover geboren, als eine Personalunion mit Großbritannien bestand, so dass er später in England lebte. Neben seiner Arbeit als Musiker interessierte er sich auch für Mathematik und Astronomie. Das Interesse für Astronomie war scheinbar in der Familie weit verbreitet. Unter anderem forschte auch seine Schwester Caroline Herschel erfolgreich auf diesem Gebiet.

Wie hat Wilhelm Herschel die Infrarotstrahlung entdeckt?

Unser sichtbares Licht ist nur ein kleiner Teil des elektromagnetischen Spektrums. Wie die UV-Strahlung („das ultraviolette Licht“) gehört die Infrarotstrahlung zum nicht sichtbaren Teil des Spektrums, der direkt an das sichtbare Licht grenzt. Die UV-Strahlung befindet sich jenseits des sichtbaren violetten Lichtes und die meisten kennen die hautschädigende Wirkung. Die Infrarotstrahlung befindet sich an der anderen Seite des sichtbaren – roten – Lichtes. Wilhelm Herschel ließ Sonnenlicht (weißes Licht) durch ein Prisma fallen und versuchte die Temperaturen der nun sichtbaren Farben des Spektrums zu messen und stellte fest, dass das Thermometer neben dem roten Licht die höchste Temperatur anzeigte.

Wie aus weißem Licht ein Regenbogen an Farben wird, könnt ihr in dem Youtube-Video von Laseranwendungstechnik RUB sehen.

Das elektromagnetische Spektrum

Wir haben jetzt schon ein paar Teile des Spektrums kennen gelernt: sichtbares Licht, UV-Strahlung, Infrarotstrahlung. Es gibt noch einiges mehr unter anderem Mikrowellen, WLAN, Röntgenstrahlen usw. Am besten kann man das mit einer Abbildung zeigen.

Das elektromagnetische Spektrum

Das elektromagnetische Spektrum, Abbildung: R. Schügner

Was hat Eunice Foote mit dem Klimawandel zu tun?

Wie ihr an Caroline Herschel gesehen habt, gab es auch in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Frauen, die entgegen der gesellschaftlichen Normen wissenschaftlich arbeiteten. Eunice Foote gehörte auch zu diesen wenigen Frauen. Zusätzlich zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit setzte sie sich zusammen mit ihrem Mann für Frauenrechte ein. Ihre Veröffentlichung „Circumstances Affecting the Heat of Sun’s Rays“ im „American Journal of Science and Art“ 1856 verknüpft Kohlendioxid mit der Erwärmung der Atmosphäre. Mit einfachen Versuchen hat sie „normale“ Luft und verschiedene Gase verglichen. Kohlendioxid (carbonic acid gas) zeigte in der Sonne eine deutlich höhere Temperatur (120°F) als Luft (100°F) an. Ihre Schlußfolgerung war, dass ein höherer Gehalt an Kohlendioxid in der Atmosphäre zu einer höheren Temperatur führen würde.

Ich springe dann mal locker 100 Jahre weiter – und es gibt Computer. 😉

Ein Computermodell und steigende Kohlendioxidkonzentrationen

Syukuro Manabe entwickelte dreidimensionale Computermodelle der Atmosphäre. Im „Journal of the Atmospheric Sciences“ wurde 1967 ein Artikel von Manabe und Richard Wetherald veröffentlicht, in dem ein Computermodell das Klima der gesamten Erde simuliert. Ein steigender Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre führt dazu, dass mehr Wärme von der Erdoberfläche in die obere Troposphäre transportiert wird, ähnlich wie bei Aufwinden, die zur Bildung von Gewittern führen. Weitere Erwärmungen verstärken den Prozess bis die Wärme soweit oben ankommt, dass sie ins All abstrahlt.

Und zum Schluss: Ein Blick auf die politische Aktivitäten zum Klimawandel

Zum einen sind die jährlich stattfindenden Konferenzen zur Erderwärmung zu sehen und zum anderen drei Konferenzen zum Ozonloch mit den entsprechenden internationalen Entscheidungen um die ozonschädigenden Gase („kein FCKW“) zu reduzieren.

Folie in der Vorlesung: Meilensteine der politischen Aktivität Ozonloch vs. Klimawandel, Foto: R. Schügner

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel?

Ich besuche immer mal wieder die Webseite meiner alten Uni um zu sehen, was es so Neues gibt. Jetzt im Wintersemester wurde ich tatsächlich fündig. 🙂 Es gibt an der Heinrich-Heine-Universität eine öffentliche Ringvorlesung mit dem Thema „Klimawandel und ich“. Den ersten Termin habe ich leider verpasst. Zum Glück geht es bei jedem Termin um einen anderen Aspekt des Themas.

Die Vorlesungen finden im größten Chemie-Hörsaal statt. Und ich gebe es zu, mein erster Gedanke war: Home sweet home 😉

Periodensystem der Elemente

Das Periodensystem in Hörsaal 6J, Foto: R. Schügner

Beim zweiten Termin ging es um die Frage „Was sind die Auswirkungen des Klimawandels?“

Vorlesung zur Auswirkung des Klimawandels

Titel der Vorlesung: Was sind die Auswirkungen des Klimawandels? Foto: R. Schügner

Der Hörsaal war gut gefüllt – und die Vorlesung wurde per Video in einen weiteren Hörsaal übertragen. Da ich in letzter Zeit meistens auf Barcamps war, war das nur Zuhören in der Vorlesung gewöhnungsbedürftig. Einige Inhalte der Vorlesung kamen mir bekannt vor, andere waren eine interessante Ergänzung.

Bei den „Auswirkungen des Klimawandels“ ging es um globale Auswirkungen, wie zum Beispiel das Abschmelzen der Polkappen oder des Grönlandeises. In diesem Zusammenhang wird auch der Begriff „Kippelemente“ verwendet. Das Ziel, die Erwärmung auf einen bestimmten Wert zu begrenzen, steht in Bezug zu diesen Kippelementen.

Was also sind „Kippelemente“?

Selbst bei den Veränderungen, die der Klimawandel bei einer Temperaturerhöhung um etwa 1 Grad bisher mitgebracht hat, könnte man sagen: gut, der Sommer ist heißer und trockener oder es gibt ein paar Stürme mehr. Na ja, dann wird es halt noch etwas wärmer.

Leider funktioniert das an einigen Stellen beziehungsweise in einigen Regionen im globalen Klimasystem nicht so einfach, sondern eher nach dem Sprichwort „Ein Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen“. Ein Tropfen zuviel kann eine Temperaturerhöhung sein, mit der ein bestimmter Wert (der Schwellenwert) überschritten wird und dann eine plötzliche und dauerhafte Änderung stattfindet. Es ist so, als würde eine zusätzliche Karte ein Kartenhaus zum Einsturz bringen. Oder vielleicht kennt ihr auch das Spiel mit dem Turm aus Holzklötzen? Hier kann das Herausziehen oder Auflegen eines Klotzes den ganzen Turm zum Einsturz bringen.

Zur Erinnerung an das Spiel eine schnelle Skizze: Der Turm kippt um, Abbildung: R. Schügner

Weniger Eis = mehr Wasser – oder gibt es noch etwas anderes?

Das Abschmelzen großer Eisflächen ist ein Beispiel für Kippelemente. Ich habe hier auf der Seite des Umweltbundesamtes eine Abbildung der Arktis gefunden. Von oben ist die große weiße Eisfläche zu sehen. Im Verlauf der Jahreszeiten hat die Eisschicht sich schon immer verändert. Durch die Temperaturerhöhung ist das Eis im Sommer immer weiter abgeschmolzen und immer mehr des dunklen Untergrundes (Wasser oder Felsen) kommt zum Vorschein. Ich denke, dass jeder schon einmal den Temperaturunterschied zwischen einer schwarzen und einer weißen Fläche bemerkt hat. Schwarze Flächen fühlen sich bei Sonne schnell heiß an, während weiß das Sonnenlicht reflektiert.

Licht ist eine Energieform. In der Photovoltaik nutzt man die Lichtenergie um sie in elektrische Energie umzuwandeln. Wenn Licht auf eine dunkle Fläche fällt und absorbiert (aufgenommen) wird, wird die Lichtenergie in Wärme(energie) umgewandelt. Wenn Licht reflektiert wird, wird das Licht und damit die enthaltene Energie „zurückgeworfen“.

Absorption und Reflektion von Licht

Helle Flächen reflektieren Licht, dunkle Flächen absorbieren Licht, Abbildung: R. Schügner

Etwas vergleichbares passiert auch bei einer Eisfläche und dem dunklen Untergrund, wie Wasser oder Felsen. Je weniger Eis, desto mehr erwärmt sich der Untergrund und desto weniger Sonnenstrahlung wird reflektiert.

Je wärmer der Untergrund, desto wärmer die Umgebung und desto mehr schmilzt das Eis. Und dann liegt mehr von dem Untergrund frei – und der kann sich wieder erwärmen. Damit verstärkt sich der Prozess des Abschmelzens selbst.

Rückgang der Nettoproduktivität der Biosphäre

Wieder habe ich eine Handvoll Fachbegriffe. 😉 Mit „Biosphäre“ ist der gesamte Raum der Erde gemeint, in dem Leben vorkommt. Mit dem Begriff „Nettoproduktivität“ ist in diesem Zusammenhang die Fähigkeit der natürlichen Systeme Kohlendioxid zu speichern gemeint.

Was passiert mit dem Kohlendioxid auf der Erde?

Das „System Erde“ nimmt Kohlendioxid auf, was auch als Kohlenstoffsenke bezeichnet wird. Ein Viertel wird von den Ozeanen aufgenommen und ein weiteres Viertel wird in der Biosphäre, beispielsweise in Bäumen und im Humus, gespeichert. Wälder speichern das Kohlendioxid in Biomasse, das bedeutet als Holz und in Blättern, wenn sie wachsen. Beim Absterben der Pflanzen wird der gebundene Kohlenstoff jedoch wieder frei.

Was hat das mit den Kippelementen zu tun?

Zunächst scheint es so, dass mehr Kohlendioxid förderlich für das Wachstum (die Zunahme an Biomasse) der Pflanzen ist. Zwar wird das Wachstum angeregt, aber je nach Pflanzenart (Photosynthese bei C3- bzw. C4-Pflanzen) in unterschiedlichem Maß. Pflanzen regeln die Photosynthese bei steigender Temperatur und Trockenheit herunter. C4-Pflanzen können Kohlendioxid bei günstigen Bedingungen anreichern und verbrauchen es unter ungünstigen Bedingungen, wie Hitze und Trockenheit. C3-Pflanzen sind dazu nicht in der Lage.

Zudem brauchen Pflanzen mehr zum Wachstum als nur Kohlendioxid. Wer selbst Pflanzen auf der Fensterbank oder im Garten hat, wird sie regelmäßig düngen und gießen. Wenn in der Erde Mineralstoffe oder Wasser fehlen, wachsen die Pflanzen auch mit viel Kohlendioxid nicht. Wer Tipps zur Düngung braucht, findet sie hier bei der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Außerdem weiß jeder Pflanzenfreund, dass Pflanzen auch bestimmte Anprüche an ihren Standort haben. Dazu gehören Licht und Schatten, aber auch die Temperatur.

Ein weiterer Faktor ist, dass Pflanzen während einer Dürre absterben, zersetzt werden und Kohlendioxid wieder frei wird. Hier haben wir wieder bei einem Rückkopplungseffekt wie bei den Eisflächen: Die steigende Temperatur führt zu einem Rückgang der Photosynthese. Die Pflanzen nehmen weniger Kohlendioxid auf und mehr Kohlendioxid bleibt in der Atmosphäre.

So das war jetzt mein Rückblick auf diese Vorlesung. Ich bin schon gespannt auf nächste Woche.

Die Nutzpflanzen-Ausstellung im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität

Das gute Wetter habe ich heute für einen Ausflug an „meine“ Uni genutzt. Heute gab es eine Führung von Professor Peter Westhoff durch die Ausstellung „Nutzpflanzen – Gestern|Heute|Morgen“, die seit 26. Juni 2015 bis Ende 2016 geöffnet ist. Sonntags um 15 Uhr finden Führungen zu verschiedenen Themen statt.

Ausstellung_Termine

Führungen zur Ausstellung Nutzpflanzen – Gestern|Heute|Morgen; Foto: Ricarda Schügner

Da wir im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sind (und nicht in irgendeinem Museum), handelt es sich bei der Ausstellung nicht um Fotos oder Modelle, sondern um lebende Pflanzen in Beeten. Man kann die Pflanzen sehen, tatsächlich auch mal anfassen und vor allem ihren Duft riechen. Meine Empfehlung: die Kräuterecke mit ihren Aromen.

Professor Westhoff, Direktor des Botanischen Gartens, erläuterte in der Einführung, dass er den Begriff „Kulturpflanzen“ dem Begriff „Nutzpflanzen“ vorzieht. In der Ausstellung werden Pflanzen gezeigt, die von Menschen ausgewählt und gezüchtet wurden (= Kulturpflanzen), während der Begriff „Nutzpflanzen“ nur eine Nutzung durch den Menschen bedeutet. Eine Nutzpflanze könnte somit auch eine gesammelte Wildpflanze sein.

Der ersten „Hingucker“ bei der Führung war ein Beet mit sehr dekorativen, riesigen Blütenständen. Von der Art der Blüten hätte ich auf irgendwas mit „Allium“ (z.B. Zierlauch) getippt, aber dass es sich bei den Pflanzen um unser Gemüse Porree (bzw. Lauch 🙂 ) handelt, ist mir erst beim zweiten Blick aufgefallen. Seht selbst:

Porree

Porree (Lauch) in voller Blüte; Foto: Ricarda Schügner

Die Ausstellung ist nach Nutzung sowie Inhaltsstoffen sortiert. Neben Beeten mit ölhaltigen, eiweißhaltigen und kohlenhydrathaltigen Pflanzen findet man Beete für „Geist und Seele“ (u. a. mit Tabak), Kräuter, Kohl und „Färbe Pflanzen“. Eine komplette Reise durch die Nahrungs- und Genussmittel. Da in meiner Familie immer „gegärtnert“ wurde, kannte ich eine Reihe der Pflanzen. Was mir jedoch nicht bewusst war, war die Tatsache, dass die wichtigsten Nahrungspflanzen erst nach Europa eingeführt wurden. Die Geschichte/Einführung der Kartoffel aus Südamerika war mir noch bekannt (ist ja nicht sooo lange her), aber dass auch unsere Getreide Weizen und Roggen (aus dem Vorderen Orient) nicht heimisch sind, war mir neu.

Zu den eiweißreichen Nahrungspflanzen gehören die Leguminosen, wie unsere Bohnen und Erbsen. Die Besonderheit dieser Schmetterlingsblütler ist ihr Zusammenleben mit Bakterien. Die Leguminosen leben in Symbiose (was bedeutet, dass das Zusammenleben für beide Arten vorteilhaft ist) mit Bakterien, die den Stickstoff aus der Luft in für die Pflanzen nützlichen Dünger umwandeln können. Die Bakterien erhalten dafür von den Pflanzen produzierte Nahrung. Da die Stickstoffverbindungen ein wertvoller Dünger für die Felder sind, werden Lupinen (auch Leguminosen) als Gründünger eingesetzt. Die Leguminosen bieten auch eine Pflanze, die sowohl wertvolle Eiweiße wie auch Fette liefert: die Sojabohne.

Weiterhin gibt es eine große Auswahl an verschiedenem Kohl: Blumenkohl, Rotkohl… Also ist für jeden was dabei. 😉

Kohl

Verschiedene Kohlsorten; Foto: Ricarda Schügner

In weiteren Beeten wurden Pflanzen gezeigt, die zum Färben von Kleidung verwendet werden oder dem Genuss dienen. Mein Favorit ist allerdings das Kräuterbeet. Hier gibt es nicht nur duftende Kräuter, sondern auch scharfe 🙂 – wie Chili in Variationen.

Im Bereich zur Zukunft der Nutzpflanzen wird die Frage gestellt: Wovon leben wir morgen?

Schild_Zukunft

Die Frage zur Zukunft: Wovon leben wir morgen? Foto: Ricarda Schügner

In diesem Teil der Ausstellung sind neben Nahrungspflanzen auch Pflanzen zu finden, die einen besonders hohen Biomasseertrag haben und zur Gewinnung von Bioenergie eingesetzt werden.

Einerseits wird auf diese Weise Energie aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, aber andererseits gehen Flächen zum Anbau von Nahrungspflanzen verloren. Im Hinblick auf eine wachsende Weltbevölkerung und die Notwendigkeit von Nahrungsimporten sowie Tierfutterimporten ist eine Abwägung erforderlich, ob Nahrungspflanzen oder Biomassepflanzen angebaut werden sollen. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes zur Flächenbelegung von Ernährungsgütern 2010 zeigt, dass die Zahl der Flächen, die für den Nahrungs- und Tierfutteranbau genutzt werden seit 2000 zurückgegangen sind (S. 7). Im gleichen Zeitraum sind die Importe für Tierfutter deutlich gestiegen (S. 11).

Eine weitere „Zukunftspflanze“ ist die Lupine, die schon seit langem als Gründüngung auf Feldern eingesetzt wird. Bisher wurde sie trotz wertvoller Inhaltsstoffe nicht als Nahrungspflanze genutzt, da sie Bitterstoffe enthält und einen sehr intensiven Geschmack aufweist. Für eine Aufbereitungsart, die den unangenehmen Eigengeschmack entfernt und die anderen Inhaltsstoffe schont, gab es den Zukunftspreis 2014. Hierzu habe ich ein Youtube-Video von Fraunhofer für euch:

Mein Tipp:

Die Ausstellung „Nutzpflanzen – Gestern|Heute|Morgen“ lohnt sich auf jeden Fall. Wer nicht an den sonntäglichen Führungen teilnehmen kann, findet viele Tafeln mit Informationen sowie Erklärungen an den einzelnen Beeten. Und hier noch einmal der Link zu den Terminen für die Führungen.

Tafeln

Die Informations-Tafeln der Nutzpflanzen-Austellung; Foto: Ricarda Schügner

Hier findet ihr weitere Beiträge rund um unsere Ernährung:

Der Heine-Science-Slam 2015

Nachdem ich zwei Science Slams (siehe unten) der Math-Nat besucht hatte, war ich auf den ersten Heine-Science-Slam aller Fakultäten gespannt.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gab es erstmals einen Science Slam aller Fakultäten. Zuvor hatten in jeder Fakultät Vorausscheidungen stattgefunden (auf dem Math-Nat Science Slam war ich).

Der Hörsaal 3D war zwar gut vorbereitet, aber deutlich zu klein. Hörsaal 3A ist größer und wäre damit besser gewesen. Das habe ich auch von anderen, die auf den Stehplätzen neben mir standen, gehört. Immerhin war es schön kuschelig. 😉 Durch den Stehplatz konnte ich leider keine Notizen machen und muss mich jetzt auf mein Gedächtnis und die Fotos verlassen…

Den Heine Science Slam haben Debbie Radtke und Tobias Löffler sehr gut moderiert.

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Es geht los: Der erste Heine-Science-Slam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

 

Tobias Löffler hat außer Konkurrenz den Einführungsvortrag „Ich falt dich: zusammen!“ gehalten. Denn, da das Publikum, wie auch die letzten Male, mit der Applaus-Lautstärke den Sieger bestimmt, gab es diesmal als Unterstützung ein Stück Pappe zum Falten. Bevor es jedoch ans Basteln ging, wurde „Falten“ aus Sicht jeder Fakultät beleuchtet. Ich habe mir das Bastelergebnis als Souvenir mitgenommen, wie ihr hier seht.

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Damit die Abstimmung beim Heine Slam klappt: Der Fächer zum Lärmen 🙂

Den ersten Wettkampfvortrag „Kann ein Tier eine Sache sein?! – Einblicke in die Idiotie rechtlicher Dogmatik“ haben Christian Ollig und Matthias Bähr von der Juristischen Fakultät gehalten. Ich war sehr gespannt auf diesen Vortrag, da ich mir Jura und Science Slam nicht gut vorstellen konnte. Was soll ich sagen, der Beitrag war einfach super. Beide kamen in identischer Kleidung zum Vortragen. – Alle Jurastudenten tragen so etwas, war die Aussage. 😉 An einem Beispiel (der arme Hund unten im Foto) wurde gezeigt, dass ein Tier juristisch als Sache behandelt wird. Da man als Jurist jedoch nicht den kurzen Weg von A nach B geht, werden diverse Gesetze zur Hilfe genommen um die Argumentation zu unterstützen. – Und so gibt es viele Wege zum Ziel… Das Thema war witzig aufbereitet und gut vorgetragen. Für mich war das der beste Science Slam Vortrag des Abends.

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Der aktuelle Fall: Hund fällt bösem Nachbarn zum Opfer – und die Frage ist ein Tier eine Sache?

Der nächste Beitrag kam aus der Math-Nat von Gian Perrone. Es drehte sich alles um „Drahtlose Nichtkommunikation“ bzw. „Warum ist das WLAN schon wieder kaputt?“ Ich hatte ihn schon beim Math-Nat-Vorentscheid gehört und natürlich war er immer noch gut. 🙂 Der Grund für die WLAN-Probleme ist die Doppelbelegung von Frequenzen. Im „Standardbereich“ teilt sich das WLAN die Frequenzen mit Bluetooth. Wie man sehen konnte, bekommt der etwas phlegmatische Hund WLAN vom kleinen agilen Bluetooth in regelmäßigen Abständen eins übergebraten. 😉 Bluetooth stört das WLAN und WLAN braucht eine Weile um „auf Touren“ zu kommen. Immerhin gibt es mittlerweile weitere WLAN-Frequenzen.

Science Slam-Beitrag Nr. 3 stammte aus der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und zwar mit dem Thema „Dialekt und Ökonomie“ vorgetragen von Jens Südekum – in verschiedenen Rollen mit unterschiedlichen Dialekten. Und irgendwie habe ich mich ertappt gefühlt… Die These ist, dass je höher der Dialektunterschied zwischen A und B ist, desto stärker ist auch der kulturelle Unterschied. Hat dieser Unterschied einen Einfluss auf die Ökonomie? Startpunkt der Untersuchungen ist die Landkarte der Dialekte, ein Sprachatlas, den Georg Wenker mittels Befragungen Ende des 19. Jahrhunderts aufstellte. Nachdem die Daten mal eben 😉 in den Computer getippt wurden, zeigte sich, dass der Einfluss der Dialektgrenzen auch im 21. Jahrhundert noch sichtbar sind. Wenn man seine Kreise verlässt, muss der Anreiz (z. B. Arbeit, Gehalt) höher sein, sonst bleibt man „in der Gegend“.

Der vorletzte Beitrag stammte von Jutta Teuwsen (Philosophische Fakultät) „Japaner – Alle pervers?“. Am Anfang stand, dass man in Japan alles in Automaten kaufen kann. Danach beleuchtete sie die Informationen, die hier in Deutschland über Japaner durch die Medien geistern, etwas genauer. Das Ergebnis war, dass man etwas genauer hinschauen sollte, WER einem WELCHE Informationen zur Verfügung stellt, denn „Sex sells“. Nach diesem Vortrag konnte man sich gepflegt fragen, welche Informationen in anderen Ländern über unser Land ankommen…

Der Abschlussbeitrag war ein Selbstversuch aus der Medizinischen Fakultät: „Low Carb: A New Way of Living“ von Benjamin Kuno. Hier konnte man erfahren, dass Fast Food und Bier neben einer Reihe von anderen Inhaltsstoffen auch jede Menge Kohlenhydrate beherbergen. Bei Low Carb Diäten wird die Menge an Kohlenhydraten streng begrenzt, während alle anderen Nährstoffe in beliebiger Menge genossen werden können. Im gezeigten Diät-Vergleich zwischen Low Carb und Low Fat, hatte Low Carb die Nase vorne. Auf jeden Fall war der Selbstversuch mit Low Carb für Benjamin Kuno erfolgreich – nur am Six Pack muss noch gearbeitet werden. 😉

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Warten auf die Abstimmung beim Heine-Science-Slam 2015

Nach den Vorträgen hieß es wieder auf die Entscheidung zu warten und für die Zuschauer fleißig Lärm für den Favoriten zu produzieren. Es gab für alle viel Beifall, aber am lautesten waren die Zuschauer für den Science Slam-Vortrag von Jutta Teuwsen. „Sex Sells“ 😉

Alle Vorträge waren spannend, witzig, gut aufbereitet und gaben den Zuschauern einen kleinen Einblick in die Forschung der jeweils anderen Fakultäten. Ich freue mich schon auf den nächsten Sience Slam an der HHU. 🙂

Hier findet ihr meine beiden ersten Science Slam-Vorträge:

6. Science Slam der Math-Nat an der HHU

Gestern fand der 6. Math-Nat Science Slam (und der zweite dieses Jahr) statt. Es war ein amüsanter und interessanter Abend. 🙂 Als ich bei meiner alten Uni angekommen bin, habe ich direkt die Reklame für den Math-Nat Science Slam gesehen. Poster um Freiwillige für die Vorträge zu bekommen und natürlich auch Zuschauer in den Hörsaal.

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Plakat zur Ankündigung des 6. Math-Nat Science Slam der Heinrich-Heine-Universität

Dieser Science Slam war insofern anders, da es sich um den Vorentscheid für den Heine Science Slam am 24. Juni 2015 (Gebäude 23.01, Hörsaal 3D, aktuelle Infos auf der Website) – anlässlich des 50-jährigen Bestehens der HHU – bei dem alle Fakultäten antreten, handelte.

Die Mediziner hatten einen derartigen Andrang, dass es Vorentscheidungen für den Vorentscheid gab/gibt. Für die End-Vorausscheidung 😉 am 27. Mai 2015 (18 Uhr, Gebäude 13.55, Hörsaal 13B) ist sogar ein Gast-Slammer, der Physiker Prof. Metin Tolan, mit einem Vortrag außer Konkurrenz eingeladen.

Bei dem Math-Nat Science Slam wurden gestern insgesamt 5 Vorträge gehalten. Die Fächer Chemie und Biologie waren nicht vertreten. Aus meiner Studienzeit hatte ich die Chemiker nicht so – konservativ – in Erinnerung. Ich finde das besonders schade, da mein alter Prof bekannt für gute Vorlesungen und Vorträge war. 😦 Na ja, die Zeiten und Professoren ändern sich.

Und los geht’s: Science Slam Nr. 6

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Und los geht’s 🙂

Tobias Löffler, der Organisator, hat wieder seinen witzigen Einführungsvortrag „Was ist ein Science Slam“ gehalten und den Begriff in kleine Teilchen geteilt. Aus Science wurde Naturwissenschaften > Natur – Wissenschaft > Na – Tur – Wissen – Schaft. Und das gleiche noch mit „Slam“. Am Ende folgte die Kompletterklärung und dann auch die Info zum Abstimmungsprocedere. Hier findet ihr meinen ersten Beitrag zum Sience Slam mit einer allgemeinen Einführung.

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Was wir schon immer über Na – trium wissen wollten 😉

Der erste Redner war Sami Hamdan (Psychologe) mit einem Beitrag zu „Drogensucht und Drogentoleranz“. Er hat sehr plakativ gezeigt, dass durch eine Erwartungshaltung – Konditionierung (ein/mein Beispiel für Konditionierung ist der Pawlowsche Hund) – die Wirkung von Drogen, Koffein und auch Schmerzmitteln gedämpft wird. Dies führt zu einer Toleranzentwicklung. Das Problem: Wenn man außerhalb der „üblichen“ Situation die gleiche Menge an was auch immer zu sich nimmt, kann man durch die mangelhafte Dämpfung bei gleicher Menge einen stärkeren Effekt (Überdosis) erzielen.

Bei dem Vortrag von Gian Perrone (Informatik) drehte es sich um „Drahtlose Nichtkommunikation“ oder „Warum ist das WLAN schon wieder kaputt?“. Die gut verpackte Antwort ist Doppelbelegung von Frequenzen. Im „Standardbereich“ teilt sich das WLAN die Frequenzen mit Bluetooth. Wie man sehen konnte, bekommt der etwas phlegmatische Hund WLAN vom kleinen agilen Bluetooth in regelmäßigen Abständen eins übergebraten. 😉 Bluetooth stört das WLAN und WLAN braucht eine Weile um „auf Touren“ zu kommen. Immerhin gibt es mittlerweile weitere WLAN-Frequenzen. Da sich im selben Frequenzbereich das Radar befindet (Flugzeuge usw. – sollte mich das jetzt beunruhigen?), gibt es auch hier Störungen. Der Vortrag war mein Favorit :-).

Sinan Ekemen (Physik) beschäftigte sich in einem interessanten Vortrag mit „Schrödingers Muse“. Auch den Chemikern ist Erwin Schrödinger, der 1933 den Nobelpreis für Physik erhielt, ein Begriff. Im Vortrag ging es allerdings hauptsächlich um sein Beziehungsnetzwerk – zu Frauen und Wissenschaftlern… Mein Fazit zu diesem witzigen Vortrag: Physiker sind auch nur Künstler 😉 und der Begriff Bohème ist mir auch noch eingefallen. Hier findet ihr übrigens ein Interview mit der Tochter von Schrödinger.

Bei dem Vortrag von Darius Rupalla (Pharmazie) zum Thema „Drugs going Retard“ habe ich mich dann wieder sehr zu Hause gefühlt. 🙂 Es ging darum, dass die Arzneimittel in eine passende Form für eine langfristige Wirkung gebracht werden. Hierfür gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten: eine Umhüllung mit kleinen Löchern und eine Art Labyrinth aus dem die Wirkstoffe nur langsam herauskommen. Teilen und zermörsern ist gaaanz böse, da die Wirkung der Medikamente dann nicht langfristig erfolgen kann. Weiterhin gibt es Deko-Rillen auf nicht teilbaren Tabletten. Definitiv wichtige Infos. Kann man die Wirkstoffe für Leute, die nichts großes schlucken können, nicht in kleinen Kügelchen verpacken? (meine Idee dazu) Ich kam mir nur zwischendurch wie eine Art Versuchskaninchen vor: Er nutzte öfter die Formulierung „Arzneimittel in den Patienten zu bekommen“. 😉

Michael Epping (Physik) hielt einen Vortrag über „Quantenkryptografie“ oder wie sich Alice und Bob verschlüsselt unterhalten können. Der Vortrag hat meine Erinnerungen an Wellen und Filter und … wieder wach gerufen.

Dann wurde es für alle Redner spannend: Wir durften für den besten Vortrag abstimmen. Der Vortrag mit der größten Lautstärke gewinnt. (Tipp: immer seine eigenen [lauten] Fans mitbringen 😉 )

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6. Math-Nat Science Slam der HHU: Warten auf die Abstimmung

Platz 1: Schrödingers Muse

Platz 2: Drahtlose Nichtkommunikation

Platz 3: Quantenkryptografie

Da Sinan Ekemen seinen Vortrag nicht am Finaltag halten kann, wird für die Math-Nat Fakultät mein Favorit mit dem bösen Bluetooth teilnehmen. 😀

Mir haben alle Beiträge gefallen. Sie waren spannend aufbereitet und informativ. Vielen Dank 🙂

Der Science Slam wird wieder online gestellt. Hier findet ihr das Video (alternativ kommt ihr über diese Seite zum Video).

Tipp: 5. Düsseldorfer Science Slam

Ich habe heute für euch eine Tipp: witzige allgemein verständliche wissenschaftliche Kurzvorträge an der Heinrich-Heine-Uni, den 5. Düsseldorfer Science Slam:

  • 20. Januar 2015, 17.00 Uhr, Hörsaal 5K, Gebäude 25.31, Heinrich-Heine-Universität
  • 21. Januar 2015, 19.30 Uhr, Haus der Universität am Schadowplatz

Der Eintritt ist frei – aber da es auch keine „Platzkarten“ gibt, wäre nach Auskunft der Organisatoren ein rechtzeitiges Erscheinen hilfreich. 😉 Die Website der Organisatoren findet ihr hier. Sie erklären dort auch ausführlich, was ein Science Slam ist und wer dort teilnimmt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich bei einem Science Slam um eine Art der Wissenschaftskommunikation handelt, die mit witzigen Kurzvorträgen wissenschaftliche Themen allgemein verständlich präsentiert. Das Publikum bewertet diese Vorträge und der interessanteste gewinnt.

Da es einfacher ist, sich selbst ein „Bild“ zu machen, habe ich ein paar Beispiel Youtube-Vorträge von ScienceSlam ausgewählt. Ich beginne mit dem Siegerbeitrag der Deutschen Science Slam Meisterschaften. Ein Paläontologe (jemand, der ziemlich tief in der Erde nach irgendwelchen Knochen von ausgestorbenen Tieren buddelt) hat gewonnen: Kai Jäger mit „Ein Fossil zum Knutschen“

Ein weiteres Beispiel ist die „Neurowissenschaft des Mitgefühls“ von Franca Parianen Lesemann, die ebenfalls an den Meisterschaften teilgenommen hat.

Wie ihr seht, gibt es hier wissenschaftlich eine große Bandbreite von interessant aufbereiteten Themen. Also entweder nach Düsseldorf kommen oder auch weiter auf Youtube stöbern. 🙂

Oder alternativ auf der Seite sciencesclam.org nach den nächsten Terminen an anderen Orten Ausschau halten. Vielleicht ist auch was in eurer Gegend dabei. 🙂

Nachtrag:

Hier findet ihr eine Kurzzusammenfassung des Düsseldorfer Science Slam 😉

Es gab insgesamt 4 interessante Vorträge. Zunächst einmal den Enführungsvortrag, der auführlich erklärte was ein Science Slam ist. Ich habe da noch so etwas wie Natrium, einen Steinbock, der Stadt Wissen und Holzkohle in Erinnerung… 😀

Weitere Assoziationen sind K-Space und Oeconomicum, C4-Pflanzen und Fahrplan sowie Kölner Schimpansen 😉 und bewaffnete Tiere. Alles in allem ein interessanter Abend. Die einzelnen Vorträge sollen noch online gestellt werden. Ich verlinke dann auf sie. Weiterhin – und das kündige ich dann wieder hier an – gibt es im Sommer einen großen Science Slam mit allen Fakultäten im Juni. Die Vorentscheidungen innerhalb der Fakultäten werden so etwa im Mai stattfinden.