Klimawandel und Mobilität oder besser: Mobil mit Klimaschutz

Da das Thema Mobilität – Verkehrswende – Fahrverbote – Elektro-Autos und so weiter in Massen durch die Medien geistert, war ich auf die Vorlesung „Klimawandel und Mobilität“ der Vorlesungsreihe „Klimawandel und ich“ der Heinrich-Heine-Universität gespannt. Der Untertitel des Vortrags von Thorsten Koska vom Wuppertal Institut lautete „Forschung und Praxis der Verkehrswende“.

Startfolie Klimawandel und Mobilität aus der Vorlesungsreihe „Klimawandel und ich“, Foto: R. Schügner

Wie ich in meinem Beitrag „Mobilität der Zukunft: Autonome Elektro-Autos?“ zum Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt festgestellt habe, sind autonome E-Autos noch kein ausreichendes Verkehrskonzept um beispielsweise Staus zu vermeiden. Die Staus im Berufsverkehr und gleichzeitig überfüllte Busse und Bahnen sowie die Gesundheitsgefährdung der Anwohner an vielbefahrenen Straßen unterstreichen die Notwendigkeit von Veränderungen im Verkehrskonzept. Da der Wechsel von Benzin oder Diesel auf E-Autos nichts am Verkehr ändert, schaue ich zuerst auf das Ende der Vorlesung und die Folie wie Städte und Zivilgesellschaft Hemmnisse des Verkehrswandels überwinden können.

Folie Aufgaben für Städte und Zivilgesellschaft, Foto: R. Schügner

Was ist wichtig für eine Verkehrswende?

Der Vortrag und die Folie waren für mich ein guter Denkanstoß um Informationen aus verschiedenen Quellen (z. B. Medien, Gespräche, Barcamps, eigene Erfahrungen) zum Thema „Mobilität“ zusammenzufassen.

Knappen Raum richtig nutzen

Wer in der Stadt unterwegs ist, findet entweder keinen Parkplatz oder sieht eine ununterbrochene Reihe parkende Autos an der Straße. Die Straßen sind voll, es gibt Staus. Für Radfahrer wird es oft eng zwischen fahrenden und parkenden Autos und Fußgängern. Es gibt wenige grüne Orte, die zum Verweilen in den Innenstädten einladen. Immer breitere Autobahnen schränken die Lebensqualität der Anwohner ein und verkleinern wichtige Grünflächen im Umfeld der Städte. Weniger Platz für Autos bedeutet mehr Platz für Radfahrer, Fußgänger und Anwohner. Mehr Grün und vielleicht auch der ein oder andere Brunnen sorgen bei heißen Sommern für ein angenehmeres Lebensumfeld.

Mobilität für alle ermöglichen

Gerade in der Diskussion um Fahrverbote aufgrund zu hoher Stickoxidwerte, Umweltspuren in den Städten, höhere Benzinpreise durch die CO2-Abgabe wird die Furcht deutlich, dass Mobilität zu teuer wird und nicht mehr jeder zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt kommt. Ein Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ist zwar notwendig, reicht aber nicht aus. Radfahrer – und selbstverständlich auch Fußgänger – müssen sich im Verkehr sicher fühlen. Das funktioniert nur mit aureichendem Platz. Nicht mehr jeder ist gut mit dem Rad unterwegs, aber dann kann man Elektromobile mit drei oder vier Rädern nutzen. Weiterhin sollte ein Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln problemlos möglich sein – für mich am liebsten mit einem Bürgerticket nicht nur für Bus und Bahn, sondern auch zum Ausleihen von Rädern, E-Scootern, E-Rollern und so weiter.
Weiterhin brauchen wir auch für den ÖPNV verbesserte Konzepte. Neben dem Ausbau des Verkehrsnetzes sind auch Linien mit Bedarfshaltestelle, wie im Beispiel von Kombus oder On-demand ride-pooling denkbar. Beim On-demand ride-pooling werden über ein digital vernetztes System Fahrten gebündelt. Im Prinzip handelt es sich um eine Mischform von Taxi und Bus.

Die Stiftung Mercator hat auf Youtube eine Vision für die Mobilität der Stadt der Zukunft vorgestellt.

Zusammenhängend und langfristig Planen – Mittel effizient einsetzen – experimentieren

Die wenigsten Kommunen verfügen über zuviel Mittel, da viele unterschiedliche Dinge, wie beispielsweise Schulen, finanziert werden müssen. Ich denke, mit einer guten und langfristigen Planung lässt sich einiges erreichen. Ein größeres Projekt kann beispielsweise aufgeteilt werden und die Teile nacheinander umgesetzt. Planung und experimentieren schließen sich nicht aus. Vor einer dauerhaften Umsetzung eines neuen Angebots sind Tests durchaus üblich. Es könnte sich um Angebote im Bereich E-Mobilität, ein Bürgerticket oder auch um autonome Linienbusse wie in Monheim handeln.

Zivilgesellschaftlich aktiv werden

In dem Zusammenhang frage ich mich, wieso jetzt die Fahrradfahrer unbedingt auf einer Hauptverkehrsstraße mit Bus- und LKW-Verkehr sowie (jetzt) halb auf dem Bürgersteig parkenden Autos statt auf dem breiten und ohnehin nur mäßig von Fußgängern und Radfahrern genutzen Bürgersteig auf der Straße fahren müssen. Es gibt nur auf einer Seite eine Spur für die Radfahrer und auf der anderen Seite parken die Autos. Ich finde die jetzige Situation einfach unübersichtlich für Radfahrer, Autofahrer und auch Fußgänger. Nun ja, nur wer hinschaut, Dinge hinterfragt und sich für Wichtiges engagiert, kann seine Umgebung mitgestalten und muss nicht alles „nehmen wie es kommt“.

Jetzt brauche ich etwas mehr Naturwissenschaften. 😉 Deshalb schaue ich auf E-Autos und die Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

E-Autos für die Verkehrswende?

Ein Auto mit Verbrennungsmotor durch ein E-Auto zu ersetzen, verringert den Stau nicht. Dazu (siehe oben) sind weitere Maßnahmen notwendig. Allerdings würden sich mit Sicherheit die Anwohner an Hauptverkehrsstraßen bedanken. E-Autos sind leiser und es gibt keine Abgase vor dem Fenster. In der Stadt gibt es mittlerweile Schilder, die Tempo 30 von 22 bis 6 Uhr vorschreiben um die Anwohner vor Autolärm zur Schlafenszeit zu schützen. Zudem entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht nur Kohlendioxid, sondern weitere – gesundheitsgefährdende – Stoffe wie Stick(stoff)oxide und Feinstaub.

Um die Stickoxidwerte unter die vorgeschriebenen Grenzwerte zum Gesundheitsschutz zu reduzieren, wurden beispielsweise in Düsseldorf Umweltspuren eingeführt. Eine Umstellung auf Elektro-Autos führt zu einer besseren Lebensqualität der Anwohner befahrener Straßen durch weniger Lärm und gesundheitschädliche Abgase. Zusätzlich sinken die Kohlendioxidemissionen bei Verwendung erneuerbarer Energien zum Aufladen deutlich. Hatte ich nicht eigentlich mehr naturwissenschaftliches versprochen? Gut wir schauen auf die „Verbrennung von fossilen Brennstoffen“. *Chemie* 😀

Was sind eigentlich fossile Brennstoffe?

Die einfache Antwort wäre Kohle, Erdgas, Erdöl und auch Torf. Da eine Verbrennung eine chemische Reaktion ist, müssen wir etwas genauer hinschauen.

Wortwolke Verbrennung erstellt mit wortwolken.com

Kohlenstoff vorhanden ist, lässt sich einfach folgern, denn es entsteht als Reaktionsprodukt Kohlendioxid. Da es sich bei einer Verbrennung um eine Reaktion mit Sauerstoff handelt, kommt hier eine erste Überlegung zur Reaktion:

Kohlenstoff (?) + Sauerstoff → Kohlendioxid

Das Fragezeichen, sagt, dass wir nicht wissen, ob es reiner Kohlenstoff ist, der reagiert. Kohlenstoff ist – sofern es sich nicht um Diamant handelt – schwarz und ein Feststoff. Die Beschreibung trifft auf Kohle zu, aber nicht auf die anderen fossilen Brennstoffe. Also lässt sich folgern, das der Kohlenstoff Teil einer chemischen Verbindung ist.

Weiterhin entstehen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe Stickoxide, Feinstaub und schwefelhaltige Abgase (Schwefeldioxid). Im Zusammenhang mit den schwefelhaltigen Abgasen erinnert sich der ein oder andere vielleicht erinnert an die Diskussionen zum „Sauren Regen“ oder der Rauchgasentschwefelung Anfang der 1980er Jahre.

Somit ist die Verbrennungsreaktion komplizierter. Trotzdem fasse ich die bisherigen Infos in einer Reaktionsgleichung zusammen und ergänze Fragezeichen für fehlende Informationen.

Kohlenstoff + Sauerstoff + ? → Kohlendioxid + Stickoxide + Schwefeldioxid + ?

Wenn Stickoxide und Schwefeldioxid entstehen, müssen die Ausgangsstoffe der Verbrennung Schwefel und Stickstoff enthalten. Denn, wie ihr auch in meinem Beitrag zur Reinigung von Kupfer nachlesen könnt, geht in der Chemie weder etwas verloren – noch taucht einfach etwas auf. 😉

Der Begriff „fossil“ liefert hier den Hinweis. Fossile Brennstoffe bestehen aus Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren. In einem Lebewesen finden sich eine Vielzahl von Substanzen, wie beispielsweise Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate und Mineralstoffe.

Stickstoff ist in Lebewesen zum Beispiel in der DNA (Desoxyribonukleinsäure, Träger der Erbinformation) und Eiweißen (Proteinen) zu finden. Schwefel ist ebenfalls Bestandteil von Proteinen. Durch den Abbau der toten Lebewesen verändern sich die Stoffe, aber sie verschwinden nicht. Das bedeutet, fossile Brennstoffe sind ein Gemisch aus verschiedenen Substanzen, die unter anderem Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Schwefel enthalten. Wenn allerdings eine Vielzahl von Substanzen mit Sauerstoff reagiert, lässt sich keine einfache Reaktionsgleichung aufstellen. Allerdings ändert es nichts an der Tatsache, dass alles, was auf der Seite der Ausgangsstoffe (Edukte) reagiert auf der Seite der Endstoffe (Produkte) zu finden ist. Das Gesetz von der Erhaltung der Masse.

Ich habe zum „Gesetz zur Erhaltung der Masse“ auf Youtube ein Video von Ulrich Schütz (Pädagogische Hochschule St. Gallen) gefunden. Streichhölzer werden in einem Reagenzglas erhitzt und entzünden sich. Da die entstehenden Gase mit einem Luftballon aufgefangen werden, ändert sich die Masse (das Gewicht) nicht.

Veröffentlicht am Februar 1, 2020 in NATUR + WISSENSCHAFT und mit , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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