Archiv für den Monat Juni 2015

Der Heine-Science-Slam 2015

Nachdem ich zwei Science Slams (siehe unten) der Math-Nat besucht hatte, war ich auf den ersten Heine-Science-Slam aller Fakultäten gespannt.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gab es erstmals einen Science Slam aller Fakultäten. Zuvor hatten in jeder Fakultät Vorausscheidungen stattgefunden (auf dem Math-Nat Science Slam war ich).

Der Hörsaal 3D war zwar gut vorbereitet, aber deutlich zu klein. Hörsaal 3A ist größer und wäre damit besser gewesen. Das habe ich auch von anderen, die auf den Stehplätzen neben mir standen, gehört. Immerhin war es schön kuschelig. 😉 Durch den Stehplatz konnte ich leider keine Notizen machen und muss mich jetzt auf mein Gedächtnis und die Fotos verlassen…

Den Heine Science Slam haben Debbie Radtke und Tobias Löffler sehr gut moderiert.

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Es geht los: Der erste Heine-Science-Slam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

 

Tobias Löffler hat außer Konkurrenz den Einführungsvortrag „Ich falt dich: zusammen!“ gehalten. Denn, da das Publikum, wie auch die letzten Male, mit der Applaus-Lautstärke den Sieger bestimmt, gab es diesmal als Unterstützung ein Stück Pappe zum Falten. Bevor es jedoch ans Basteln ging, wurde „Falten“ aus Sicht jeder Fakultät beleuchtet. Ich habe mir das Bastelergebnis als Souvenir mitgenommen, wie ihr hier seht.

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Damit die Abstimmung beim Heine Slam klappt: Der Fächer zum Lärmen 🙂

Den ersten Wettkampfvortrag „Kann ein Tier eine Sache sein?! – Einblicke in die Idiotie rechtlicher Dogmatik“ haben Christian Ollig und Matthias Bähr von der Juristischen Fakultät gehalten. Ich war sehr gespannt auf diesen Vortrag, da ich mir Jura und Science Slam nicht gut vorstellen konnte. Was soll ich sagen, der Beitrag war einfach super. Beide kamen in identischer Kleidung zum Vortragen. – Alle Jurastudenten tragen so etwas, war die Aussage. 😉 An einem Beispiel (der arme Hund unten im Foto) wurde gezeigt, dass ein Tier juristisch als Sache behandelt wird. Da man als Jurist jedoch nicht den kurzen Weg von A nach B geht, werden diverse Gesetze zur Hilfe genommen um die Argumentation zu unterstützen. – Und so gibt es viele Wege zum Ziel… Das Thema war witzig aufbereitet und gut vorgetragen. Für mich war das der beste Science Slam Vortrag des Abends.

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Der aktuelle Fall: Hund fällt bösem Nachbarn zum Opfer – und die Frage ist ein Tier eine Sache?

Der nächste Beitrag kam aus der Math-Nat von Gian Perrone. Es drehte sich alles um „Drahtlose Nichtkommunikation“ bzw. „Warum ist das WLAN schon wieder kaputt?“ Ich hatte ihn schon beim Math-Nat-Vorentscheid gehört und natürlich war er immer noch gut. 🙂 Der Grund für die WLAN-Probleme ist die Doppelbelegung von Frequenzen. Im „Standardbereich“ teilt sich das WLAN die Frequenzen mit Bluetooth. Wie man sehen konnte, bekommt der etwas phlegmatische Hund WLAN vom kleinen agilen Bluetooth in regelmäßigen Abständen eins übergebraten. 😉 Bluetooth stört das WLAN und WLAN braucht eine Weile um „auf Touren“ zu kommen. Immerhin gibt es mittlerweile weitere WLAN-Frequenzen.

Science Slam-Beitrag Nr. 3 stammte aus der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und zwar mit dem Thema „Dialekt und Ökonomie“ vorgetragen von Jens Südekum – in verschiedenen Rollen mit unterschiedlichen Dialekten. Und irgendwie habe ich mich ertappt gefühlt… Die These ist, dass je höher der Dialektunterschied zwischen A und B ist, desto stärker ist auch der kulturelle Unterschied. Hat dieser Unterschied einen Einfluss auf die Ökonomie? Startpunkt der Untersuchungen ist die Landkarte der Dialekte, ein Sprachatlas, den Georg Wenker mittels Befragungen Ende des 19. Jahrhunderts aufstellte. Nachdem die Daten mal eben 😉 in den Computer getippt wurden, zeigte sich, dass der Einfluss der Dialektgrenzen auch im 21. Jahrhundert noch sichtbar sind. Wenn man seine Kreise verlässt, muss der Anreiz (z. B. Arbeit, Gehalt) höher sein, sonst bleibt man „in der Gegend“.

Der vorletzte Beitrag stammte von Jutta Teuwsen (Philosophische Fakultät) „Japaner – Alle pervers?“. Am Anfang stand, dass man in Japan alles in Automaten kaufen kann. Danach beleuchtete sie die Informationen, die hier in Deutschland über Japaner durch die Medien geistern, etwas genauer. Das Ergebnis war, dass man etwas genauer hinschauen sollte, WER einem WELCHE Informationen zur Verfügung stellt, denn „Sex sells“. Nach diesem Vortrag konnte man sich gepflegt fragen, welche Informationen in anderen Ländern über unser Land ankommen…

Der Abschlussbeitrag war ein Selbstversuch aus der Medizinischen Fakultät: „Low Carb: A New Way of Living“ von Benjamin Kuno. Hier konnte man erfahren, dass Fast Food und Bier neben einer Reihe von anderen Inhaltsstoffen auch jede Menge Kohlenhydrate beherbergen. Bei Low Carb Diäten wird die Menge an Kohlenhydraten streng begrenzt, während alle anderen Nährstoffe in beliebiger Menge genossen werden können. Im gezeigten Diät-Vergleich zwischen Low Carb und Low Fat, hatte Low Carb die Nase vorne. Auf jeden Fall war der Selbstversuch mit Low Carb für Benjamin Kuno erfolgreich – nur am Six Pack muss noch gearbeitet werden. 😉

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Warten auf die Abstimmung beim Heine-Science-Slam 2015

Nach den Vorträgen hieß es wieder auf die Entscheidung zu warten und für die Zuschauer fleißig Lärm für den Favoriten zu produzieren. Es gab für alle viel Beifall, aber am lautesten waren die Zuschauer für den Science Slam-Vortrag von Jutta Teuwsen. „Sex Sells“ 😉

Alle Vorträge waren spannend, witzig, gut aufbereitet und gaben den Zuschauern einen kleinen Einblick in die Forschung der jeweils anderen Fakultäten. Ich freue mich schon auf den nächsten Sience Slam an der HHU. 🙂

Hier findet ihr meine beiden ersten Science Slam-Vorträge:

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Mein Besuch der MS Wissenschaft zum Wissenschaftjahr 2015 „Zukunftsstadt“

Geschafft! 😀 Ich habe mir auf der MS Wissenschaft die Ausstellung zum Wissenschaftsjahr 2015 „Zukunftsstadt“ direkt am ersten Ausstellungstag in Düsseldorf angesehen. Was bei dem aktuellen – leicht feuchten 😉 – Wetter eine gute Wahl war.

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Die MS Wissenschaft in Düsseldorf mit dem Thema „Zukunftsstadt“ Foto: Ricarda Schügner

Mit dem Thema Zukunftsstadt habe ich mich hier (siehe unten) schon eingehend beschäftigt und auf der Ausstellung thematisch auch vieles wiedergefunden. Meiner Meinung nach ist die Ausstellung auf der MS Wissenschaft insbesondere dadurch interessant, weil sie unterschiedliche Möglichkeiten zum ausprobieren, begreifen und erfahren bietet. Die Exponate sind eine gute Mischung aus digital und „nicht digital“ sowie Dinge zum Anfassen, selbst testen, spielen.

Mir hat die Auslieferung der Waren gut gefallen – auch wenn ich nicht selbst gefahren bin, sondern „auf der Rückbank“ saß. Wenn ich mich recht erinnere: Waren im Wert von 150 Euro ausgeliefert, bei 20.000 Euro Sachschaden, mehreren Tickets wegen zu schnellem Fahren und überfahrener Ampeln. 😀 Die Fahrt war zum Zuschauen wirklich lustig, aber eigentlich sollte man schon klimaschonend fahren… Das Foto-Angebot habe ich dann „angenommen“ und auch vor meinem Lieblingshintergrund ausgedruckt.

Die ökologische Gestaltung der Stadt am Bildschirm hat mich an meinen Besuch der Frankfurter Buchmesse 2010 erinnert. Dort habe ich so einen „Tischbildschirm“ im Bereich der Schulbücher, elektronischen Tafeln und Lehrmittel im Vorbeigehen gesehen. Das war jetzt eine interessante Anwendung. Es wäre super, wenn so etwas hin und wieder auch in der Schule genutzt würde.

Die Ausstellung vermittelt interessante Inhalte auf eine spannende Art und Weise: Lernen mit Spaß. Einen kleinen Rundgang findet ihr im Video des Wissenschaftsjahrs – für einen ersten Eindruck, denn selbst anschauen ist besser. 😉

Wer sich für die Ausstellung interessiert, findet den Tourplan hier. Die MS Wissenschaft ist noch bis September unterwegs.

Ich empfehle allerdings die Ausstellung mit ein paar Freunden oder Familienmitgliedern zu besuchen, da man als Team einige Aufgaben/Spiele besser lösen kann.

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Tourplan der MS Wissenschaft „Zukunftsstadt“ Foto: Ricarda Schügner

Hier findet ihr meine Beiträge zum Thema „Zukunftsstadt“:

Unser Dorf hat Zukunft! – Hat unser Dorf Zukunft?

In meinem Blog habe ich mich anlässlich des Wissenschaftsjahres zur Zukunftsstadt mittlerweile in einigen Beiträgen (Liste siehe unten) mit dem Thema „Stadt der Zukunft“ beschäftigt. Die These ist, dass immer mehr Menschen in Städten leben werden – und die Dörfer noch leerer werden, wie man auch in diesem Logbuch-Beitrag der MS Wissenschaft nachlesen kann. Andererseits gibt es auch immer wieder Meldungen, wie die Dorfgemeinschaft versucht ihr Lebensumfeld attraktiv zu gestalten.

Deshalb habe ich mir überlegt, wie könnte ein Dorf der Zukunft aussehen. Hierzu habe ich alles was mir so eingefallen ist, zusammengetragen.

Als Basis für die Wohn- und Arbeitsqualität in den Dörfern sehe ich das Vorhandensein von schnellem Internet. Aber das werden wir bis 2018 haben, wie gesagt, die Dorfgemeinschaft ist da sehr engagiert. Diese Internetverbindungen sollten selbstverständlich gerade für Arbeits- und Gesundheitsnutzung sicher und zuverlässig sein.

In den Bereich Wohnqualität fällt neben der eigenen Nutzung von Dienstleistung (Internet, E-Mail, TV…) auch die Nutzung dieser Dienstleistungen durch Feriengäste.

Da sich „Arbeit“ aktuell mit den neuen Möglichkeiten verändert und auch flexibler sein kann, müsste nicht jeder in der Stadt arbeiten bzw. täglich dorthin pendeln. Home Office wäre mit einem schnellen Internet von egal wo kein Problem. Über das Internet sind auch virtuelle Besprechungen möglich und wenn man an z. B. nur an einem festen Tag im Büro ist, sind auch weite Fahrtstrecken kein großes Problem.

Für persönliche Treffen und Besprechungen könnte man auch Coworking Spaces, die in immer mehr Städten entstehen, nutzen.

Der demografischen Entwicklung sowie der abnehmenden Zahl an Landärzten geschuldet, sollte die Telemedizin (Internet!) genutzt werden. Ein Beispiel der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg seht ihr unten und ein weiteres ist hier zu finden.

Weitere interessante Perspektiven bieten die Entwicklungen im Rahmen des Internets der Dinge und der Wearables. Sowohl um Daten zur Gesundheit (Puls, Blutdruck…) zu erhalten als auch hinsichtlich eines automatischen Notrufs für Alleinstehende.

Für einen persönlichen Kontakt gibt es jetzt schon Projekte mit medizinischen Fachangestellten, die nach einer Zusatzausbildung Hausbesuche machen. Beispiele (Videos) hierfür sind AGNES und VERAH.

Als wichtig für die Dorfgemeinschaft ist ein Bürgerzentrum, dass je nach Größe durchaus unterschiedlich ausgestattet sein könnte.

Mit einem Dorfladen, der in dem Beispiel hier in Eigenregie aufgebaut wurde, ein Café, ein Besprechungsraum/Veranstaltungssaal, ein Arztzimmer/Telemedizinraum, Bücherei (kann auch ein Bücherautomat sein), Post-/Paketfächer und vielleicht auch Arbeitsräume mit PCs. Man könnte auch etwas, dass es früher schon mal gab, reanimieren: das Gemeinschaftskühlhaus. Wenn man keinen eigenen Dorfladen hat, könnte man sich hier jederzeit (online bestellte) Lebensmittellieferungen hinbringen lassen.

Weiterhin sollte es noch E-Carsharing und E-Bikesharing (schnelleres Zurücklegen weiterer Strecken) für die Mobilität geben. So braucht nicht jeder im Dorf x Autos, sondern kann bei Bedarf eines leihen. Ein weiterer Vorteil der Elektrofahrzeuge ist die Möglichkeit des Aufladens ohne dass eine Tankstelle vorhanden ist. Auch dies ist eine Idee, die es schon gibt.

Ich finde, dass der Gedanke an das Dorf der Zukunft durchaus ausbaufähig ist und nicht unbedingt gegen die Stadt der Zukunft verlieren muss, da auch mit der Digitalisierung Veränderungen zu erwarten sind. Und falls doch mal jemand eine Übernachtung in der Stadt braucht, kann man mittlerweile preiswert im Internet Betten buchen. 😉

Hier findet ihr meine Beiträge zum Thema „Zukunftsstadt“:

Wie hat sich der Landschaftspark Fuhrkamp verändert?

Heute war ein schöner Tag für die „zweite Runde“ Landschaftspark Fuhrkamp. 😉 Gegenüber meinem ersten Spaziergang Ende März hat sich doch einiges geändert und damit meine ich nicht nur die Vegetation.

Es gab viel grün und weiß und der Bach war aufgrund des Wetters ausgetrocknet. Außerdem konnte ich das Bachbett nur durch einen Zaun fotografieren. Der Weg, den es noch im März gab, war abgesperrt. Aber seht selbst:

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Blick auf den Zaun der den Weg zum Bach versperrt – und Kamille überall 😉 Foto: Ricarda Schügner

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Blick durch den Zaun auf das Bachbett – und Kamille im Hintergrund Foto: Ricarda Schügner

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Landschaftpark Fuhrkamp: Blick in Richtung Bach mit Kamille 😉 Foto: Ricarda Schügner

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Der offizielle Weg durch den Park – und wieder Kamille Foto: Ricarda Schügner

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Hier das Beweisfoto: Kamille in Großaufnahme 🙂 Foto: Ricarda Schügner

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Es gibt nicht nur Kamille: Wiesenflockenblume und Schafgarbe Foto: Ricarda Schügner

  

Das viele Weiß auf den Fotos ist die Kamille (Matricaria chamomilla), deren Duft ich auch an diesem warmen Tag überall in der Nase hatte. Ein paar Farbtupfer habe ich, wie auf dem letzten Foto zu sehen, dann doch noch gefunden. Bei der violetten „Kornblume“ (die Blüten sehen fast so aus und beide Pflanzen sind auch verwandt) handelt es sich um die Wiesenflockenblume (Centaurea jacea). Daneben seht ihr – zwar auch in weiß, aber keine Kamille 😉 – die Schafgarbe (Achillea millefolium). Und eine Hummel habe ich auch erwischt. Ihr dient die Wiesenflockenblume als Nahrung.

So unterschiedlich Kamille, Wiesenflockenblume und Schafgarbe auch aussehen: Sie gehören alle zur Familie der Korbblütler. Das, was wir als Blüte wahrnehmen, ist eigentlich ein ganzer Blütenstand, der sich aus vielen Einzelblüten zusammensetzt.

Insgesamt ist alles grüner geworden, aber das Bachbett sieht – vermutlich aufgrund der Trockenheit – immer noch mehr nach Sand aus als nach „grün“. An den kleinen Bäumen sieht man hingegen einige Blätter. Ich bin gespannt, wie sich der Park weiterentwickelt – und wo man als nächstes nicht mehr hinkommt. Ich werde bestimmt wieder vorbeischauen und euch Fotos mitbringen.