Mikroben: Bakterien und Pilze sind ÜBERALL

Ich hatte wohl dank des Buches von Bernhard Dixon, dass ich hier im Blog vorgestellt habe, eine Überdosis an Mikroorganismen. 😉 Aber keine Sorge, ich fange ganz harmlos an. Ich habe euch unten im Bild eine kleine „Brotzeit“ zusammengestellt. Sieht doch ganz appetitlich aus – oder?

Brotzeit

Hefen und Milchsäurebakterien unterstützen eine leckere Mahlzeit 🙂 Foto: Ricarda Schügner

Um Bier zu brauen, Brot zu backen benötigt man Hefe(pilze), die es auch für eigene Backaktivitäten zu kaufen gibt. Milchsäurebakterien benötigt man bei der Joghurtherstellung und auch zum Brot backen, sofern es sich um Roggenmehl handelt. Und dann gibt es da noch den leckeren Käse mit Edelschimmel für den guten Geschmack. 😀

Aber auch wir Menschen sind ein Biotop für Mikroorganismen. Es handelt sich um unser Mikrobiom. Diese Besiedelung mit Bakterien, Pilzen und Einzellern ist für uns nützlich, wobei der Übergang in manchen Fällen fließend ist.

In der 1. Abendvorlesung des Freiburger Uniklinikums (siehe unten) geht es um Darmflora und Mikrobiom: Warum wir ohne Keime nicht leben können. Dort wird von ca. 1.000 Arten gesprochen, die insgesamt so ca. 2kg auf die Waage bringen. Mit der Geburt erfolgt eine Besiedlung des Säuglings, sofern es sich nicht um einen sterilen Kaiserschnitt handelt. Einen Einfluss auf die Bildung/Komplexität des Mikrobioms haben auch Hygiene, Nahrung, Stress sowie Medikamente. Unsere „Mitbewohner“ schützen uns vor Infektionen, sind Quelle für Nährstoffe und stimulieren unser Immunsystem.

An einem Beispiel wird gezeigt, dass natürlich bei der Mutter vorkommende Streptokokken, die bei ihr keine Probleme verursachen, bei ihren Kindern Krankheitssymptome auslösen.

Besonders interessant sind Ergebnisse, die zeigen, dass eine unterschiedliche Zusammensetzung der Darmflora zu unterschiedlichen Symptomen/Krankheiten führen kann. Weiterhin wird gezeigt, dass eine Antibiotikagabe das Mikrobiom deutlich verändert. Veränderungen erfolgen auch durch Infektionen, Entzündungen, Operationen… Die Forschung ist jedoch noch nicht so weit um zu sagen, wie sich solche Störungen genau auswirken.

Schauen wir uns unsere „Mitbewohner“ jetzt etwas genauer an. Bakterienzellen unterscheiden sich im Aufbau deutlich von pflanzlichen oder tierischen Zellen. Sie sind einfacher aufgebaut und besitzen keinen Zellkern, sondern eine ringförmige DNA (Desoxyribonukleinsäure, Erbsubstanz). Weiterhin gibt es kleine „DNA-Ringe“ sogenannte Plasmide, die weitere Erbinformationen, z. B. auch Antibiotikaresistenzen, beinhalten. Durch die schnelle Teilung (ca. alle 20 Minuten) im Vergleich zu anderen Zellen (ca. alle 20 Stunden) bilden sich schnell viele neue Bakterien, was zum Auftreten verschiedenster Mutationen führen kann. Hier habe ich eine kleine Zusammenfassung des FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, Medieninstitut der Länder) auf Youtube.

Wie schnell sich bei Verdoppelung die Menge an – Beispielsüßkram 🙂 – erhöht, zeige ich euch hier:

Allerdings sind Bakterien nicht nur für den Menschen nützliche Mitbewohner, sondern auch Pflanzen sind auf sie angewiesen. Bekannt ist, dass Leguminosen (Hülsenfrüchtler, z.B. Erbsen, Bohnen, Lupinen) auf stickstoffarmen Böden gut wachsen, da sie im Wurzelbereich in Symbiose mit stickstoffbildenden Bakterien leben, die den Dünger direkt dort produzieren, wo er gebraucht wird.

Zum Abschluss seht ihr hier den Science Slam Beitrag von Alexandre Jousset, der zeigt, dass sich unterschiedliche Bakterienarten in den Pflanzenwurzeln bekämpfen. Was zur Folge hat, dass die Pflanzen schlechter wachsen. Viel Spaß 🙂

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Veröffentlicht am Mai 5, 2015 in NATUR + WISSENSCHAFT und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

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