Stress? – Stress!

In den letzten Tagen gab es wieder verstärkt Meldungen zu diversen Studien „mit viel Stress“ 😉 Da wir im Alltag vielerlei Stressfaktoren ausgesetzt sind, habe ich eine kurze Recherche bei Pubmed nach Publikationen durchgeführt und auch nur nach denen, die man lesen konnte. Nun ja, das Ergebnis war gefühlt eine Liste bis zum Mond.

Wenn man einen riesigen Berg an Studien-Veröffentlichungen zum Thema Stress hat, was macht man dann. Ich habe mich für eine lockere Folge an Beiträgen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten entschieden.

Ich werde mit „Stress und Immunsystem“ starten [Lit. 1], da ich hier für den Anfang eine gute Veröffentlichung in der Zeitschrift „Biologie in unserer Zeit“ gefunden habe. Prof. Ludger Rensing beschreibt, dass unterschiedliche Stressfaktoren und -zustände auch verschiedene neuroendokrine Stressreaktionen zur Folge haben. Weiterhin wird zwischen kurzzeitigem Stress und chronischem (langfristigem) Stress unterschieden.

Dass bei Stress der Blutdruck in die Höhe geht, hatte ich schon gehört, aber letztlich beeinflusst starker Stress den gesamten Organismus: das Herz-Kreislauf-System (wie schon erwähnt), die Atmung, das Nervensystem, das Verdauungssystem (wie war noch das Gefühl vor der letzten Prüfung – etwas flau im Magen? 😉 ), das neuroendokrine System, Exkretions- und Fortpflanzungsorgane und das Immunsystem.

Spannend ist, dass kurzzeitiger Stress in Studien zu einer Aktivierung des Immunsystems führt, während chronischer – langfristiger – Stress deutlich negative Auswirkungen hat.

In dem Artikel wird die These aufgestellt, dass die Aktivierung des Immunsystems bei kurzfristigem Stress evolutionsbiologisch vorteilhaft gewesen sein könnte, z. B. um möglicherweise auftretenden Verletzungen vorzubeugen.

In einer Studie mit Angehörigen, die Demenzpatienten pflegen, wurde die Wirkung einer Grippeimpfung untersucht. Die Pflegepersonen zeigten eine geringere Reaktion auf die Impfung sowie einen schnelleren Abfall der Antikörpermenge gegenüber einer Kontrollgruppe. In einer weiteren Untersuchung ergab sich eine höhere Krankheitsanfälligkeit der Pflegenden. In einer weiteren Studie zeigten sich bei Pflegenden, die ihre Angehörigen über lange Jahre gepflegt hatten, nach einer Hautbiopsie eine deutlich verzögerte Wundheilung – sogar über mehrere Tage.

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass durch die Wirkung von chronischem Stress auf das Immunsystem vor allem chronische Entzündungen an verschiedenen Geweben wie Haut, Lunge, Magen, Darm oder Gelenken, zur Folge hat.

Ich habe euch eine Zusammenfassung der physischen Effekte von Stress (englisch) der Khan Academy (hier die Wikipedia-Info) herausgesucht:

Chronischer Stress führt u.a. zur Infektanfälligkeit, verzögerter Wundheilung und chronischen Entzündungen. Das sind gute Gründe für einen Stressabbau.

Bei diesem Science Slam Vortrag von Stefan Schneider seht ihr, was man gegen Stress machen kann. 🙂

Der Tipp lautet Stressabbau durch regelmäßige Bewegung – und Laufen wirkt am besten, wie man am Beispiel von netten Kätzchen mit langen Zähnen (= Säbelzahntiger) sieht. 😉

Literatur:

[1] Prof. Dr. L. Rensing, Biologie in unserer Zeit, Nr. 5/2006, 284-292

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Veröffentlicht am März 18, 2015 in NATUR + WISSENSCHAFT und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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