Archiv für den Monat März 2015

Weltgesundheitstag 2015: Lebensmittelsicherheit

Das Thema des diesjährigen Weltgesundheitstags am 7. April ist die Lebensmittelsicherheit. Die World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation; WHO) hat zu diesem Anlass eine Kampagne in diversen Medien initiiert und stellt Material zum Download auf ihrer Website bereit.

Es geht hierbei nicht um „gesunde“ Lebensmittel im Hinblick auf zu viel Fett, Zucker etc., sondern darum dass die Lebensmittel keine Krankheiten auslösen/übertragen. Von Salmonellen haben die meisten vermutlich schon mal gehört – oder EHEC – aber auch Chemikalien bzw. Schwermetalle oder Radioaktivität beeinträchtigen nicht nur die Qualität der Lebensmittel, sondern vor allem die Gesundheit bei Verzehr.

In der Kampagne gibt es fünf Regeln (hier Schlüssel bzw. keys genannt), die zeigen, wie man selbst für Lebensmittelsicherheit sorgen kann. Das meiste kennt ihr bestimmt:

  1. Sauberkeit: Die eigene Hygiene und die der Umgebung in der das Essen zubereitet wird.
  2. Für rohe und gekochte Lebensmittel anderes Geschirr verwenden (Übertragung von Salmonellen z.B.)
  3. Ausreichendes erhitzen/kochen der Lebensmittel um Mikroorganismen abzutöten.
  4. Die Lagerung der Lebensmittel sollte entweder ausreichend kühl (< 5°C) oder heiß (> 70°C) sein.
  5. Sauberes Wasser und saubere Lebensmittel verwenden

Unten seht ihr das Kampagnen-Video

Für mich ist „sauberes Wasser“ der Stichpunkt für gesunde und sichere Lebensmittel. Zum einen ist es wichtig für die eigene Hygiene und die der Lebensmittel sowie zum Trinken. 🙂 Zum anderen wird es in der landwirtschaftlichen Produktion der Lebensmittel gebraucht – und das nicht zu knapp. Wenn ich an den Gemüsegarten meiner Großeltern denke, erinnere ich mich an viele Wasserfässer (zum Regenwasser sammeln) meines Opas und noch mehr Gießkannen schleppen (im Sommer) um das Gemüse zu wässern.

Von der Erinnerung zu den Zahlen: 😉 Über die Seite unwater.org kommt man zum World Water Development Report der Vereinten Nationen (UN). Dort findet man, dass weltweit in der Landwirtschaft 70% des Wassers verbraucht werden. Bis 2050 wird eine weitere Steigerung des in der Landwirtschaft benötigten Wassers um 20% prognostiziert. Da die Wasserreserven nicht unendlich sind und sich durch die Klimaveränderungen auch die Niederschlagsmengen ändern, muss sich die landwirtschaftliche Produktion ändern. Die Effizienz des Wassergebrauchs muss gesteigert werden oder man weicht, zumindest teilweise, auf wasserschonende Methoden aus. Pflanzen ohne Erde in Gewächshäusern zu ziehen, soll z.B. weniger Wasser verbrauchen.

Ein weiterer beachtenswerter Punkt hinsichtlich des Wasserverbrauchs ist, dass die Erzeugung von Fleisch deutlich mehr Wasser verschlingt als die Erzeugung von Gemüse. Hier ein Beispiel aus der WWF Studie Wasserrisiko Deutschland: (durchschnittlicher Wasser-Fußabdruck, S. 36)

  • Tomaten 200 l/kg
  • Reis 2.500 l/kg
  • Rindfleisch 15.400 l/kg

Abgesehen davon, dass ein moderater Fleischkonsum gut für die persönliche Gesundheit ist, ist er auch ökologisch „gesünder“. Damit haben wir wieder den Bogen zum Thema „Lebensmittel“ geschlagen. 😉

Wenn man ganz genau wissen will, was man auf den Tisch bekommt, hilft nur der eigene Gemüsegarten/die eigene Ernte. Aber dazu braucht man Platz und Zeit, so dass die meisten „einfach nur einkaufen“ gehen werden. Hierbei achte ich für mich dann schon auf Qualität und nicht nur auf den Preis.

Wenn ich selbst koche, dann am liebsten mit regionalem und saisonalem Gemüse. Die Betonung liegt hier leider auf „wenn“, öfter den Kochlöffel schwingen wäre besser. 😦 Für die Gerichte verwende ich gerne Kräuter, Gewürze und auch Chili. Der Nachtisch wird natürlich auch nicht vergessen. Deshalb lautet mein (Spät-)Sommertipp Vanille-Quarkspeise mit gemischten Beeren.

Quarkspeise

Vanille-Quarkspeise mit Beeren, Foto: Ricarda Schügner

Vor – während – nach der Lebensmittelzubereitung die Hygiene nicht vergessen und HÄNDE WASCHEN. (das muss jetzt sein 😉 )

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Ein Spaziergang zum Landschaftspark Fuhrkamp mit renaturiertem Bach

Das unser Landschaftspark Fuhrkamp „Zuwachs“ bekommt, hatte ich schon mitbekommen. Es wurde schon seit dem letzten Herbst fleissig in der Erde gewühlt. 😉 – Was heißt, es gab zahlreiche Erdarbeiten. Allerdings habe ich erst vor etwa 2 Wochen mitbekommen, dass auch der Bach ausgiebig bearbeitet/umgearbeitet wurde (ist eine „andere Ecke“). Das habe ich mir heute etwas genauer angesehen. Eine Auswahl meiner Fotos seht ihr unten.

Bach_1

Landschaftspark Fuhrkamp, Bach Foto: Ricarda Schügner

Bach_2

Landschaftspark Fuhrkamp, Bach Foto: Ricarda Schügner

Bach_3

Landschaftspark Fuhrkamp, Bach Foto: Ricarda Schügner

Bach_4

Landschaftspark Fuhrkamp, Bach Foto: Ricarda Schügner

Bach_5

Landschaftspark Fuhrkamp, Bach Foto: Ricarda Schügner

Bach_6

Landschaftspark Fuhrkamp, Bach Foto: Ricarda Schügner

Ich habe natürlich schon vorher etwas zur Renaturierung von Bächen gehört und ein anderer Bach im Landschaftspark fließt schon in leichtem Schwung 😉 durch das Gelände. Man gibt dem Bach mehr Raum und reduziert so die Fließgeschwindigkeit des Wasser, was positive Effekte auf das Ökosystem und die angesiedelten Pflanzen und Tiere hat. Allerdings hatte ich noch kein „frisch angelegten Bachlauf“ gesehen und mir hat sich die Frage gestellt, warum dort Baumstämme im Wasser liegen und auch Bäume direkt am Ufer angepflanzt wurden. Also: Suchmaschine anwerfen, Antworten suchen und noch viel mehr interessante Dinge finden. 😀

Ich beginne mal mit meinen Startfragen: Die Baumstämme (Totholz) liegen im Wasser um als Strömunghindernisse unterschiedliche Strömungsverhalten zu erzielen. Die Bäume (z. B. Erlen oder Weiden) dienen als Uferbefestigung.

Eine gute Übersicht zur Renaturierung von Fließgewässern sowie weiterführende Links bietet u. a. naturtipps.com, die Website eines österreichischen Ingenieurbüros. Auf der Website des hessischen Umweltministeriums findet man auch Informationen zur Renaturierung von Gewässern sowie Fördermöglichkeiten. Spannend finde ich an dieser Seite, dass verschiedene Unterrichtsmaterialien zum Thema Ökologie und Schutz von Fließgewässern angeboten werden.

Auf der Seite des Bundesamtes für Naturschutz habe ich eine Download-Broschüre zum Thema „Gewässer und Auen – Nutzen für die Gesellschaft“ gefunden. Hier findet sich neben den ökologischen Aspekten noch weitere Aspekte für eine Renaturierung von Gewässern, wie der Hochwasserschutz, der – so wird postuliert – mit den Veränderungen des Klimas und des Wetters immer wichtiger wird. Wir haben hier in der Nachbarschaft das Beispiel einer Deichrückverlegung, den Monheimer Rheinbogen. Die entstandene Auenlandschaft soll als Überflutungsgebiet die besiedelten Gebiete schützen. Dies ist sogar eines der Beispiele in der Broschüre. Die genauen Infos gibt es auch auf der Website von Monheim.

Weiterhin haben renaturierte Gewässer positive Effekte auf die Wasserqualität. Und gerade heute am Weltwassertag wird daran erinnert, dass sauberes Wasser in ausreichender Menge für unsere Zukunft sehr wichtig sind.

Ich werde unsere Mini-Auenlandschaft auf jeden Fall im Auge behalten und hier dann auch ein paar „grüne“ Fotos posten.

Abschließend noch ein kurzer Spaziergang 😉

Stress? – Stress!

In den letzten Tagen gab es wieder verstärkt Meldungen zu diversen Studien „mit viel Stress“ 😉 Da wir im Alltag vielerlei Stressfaktoren ausgesetzt sind, habe ich eine kurze Recherche bei Pubmed nach Publikationen durchgeführt und auch nur nach denen, die man lesen konnte. Nun ja, das Ergebnis war gefühlt eine Liste bis zum Mond.

Wenn man einen riesigen Berg an Studien-Veröffentlichungen zum Thema Stress hat, was macht man dann. Ich habe mich für eine lockere Folge an Beiträgen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten entschieden.

Ich werde mit „Stress und Immunsystem“ starten [Lit. 1], da ich hier für den Anfang eine gute Veröffentlichung in der Zeitschrift „Biologie in unserer Zeit“ gefunden habe. Prof. Ludger Rensing beschreibt, dass unterschiedliche Stressfaktoren und -zustände auch verschiedene neuroendokrine Stressreaktionen zur Folge haben. Weiterhin wird zwischen kurzzeitigem Stress und chronischem (langfristigem) Stress unterschieden.

Dass bei Stress der Blutdruck in die Höhe geht, hatte ich schon gehört, aber letztlich beeinflusst starker Stress den gesamten Organismus: das Herz-Kreislauf-System (wie schon erwähnt), die Atmung, das Nervensystem, das Verdauungssystem (wie war noch das Gefühl vor der letzten Prüfung – etwas flau im Magen? 😉 ), das neuroendokrine System, Exkretions- und Fortpflanzungsorgane und das Immunsystem.

Spannend ist, dass kurzzeitiger Stress in Studien zu einer Aktivierung des Immunsystems führt, während chronischer – langfristiger – Stress deutlich negative Auswirkungen hat.

In dem Artikel wird die These aufgestellt, dass die Aktivierung des Immunsystems bei kurzfristigem Stress evolutionsbiologisch vorteilhaft gewesen sein könnte, z. B. um möglicherweise auftretenden Verletzungen vorzubeugen.

In einer Studie mit Angehörigen, die Demenzpatienten pflegen, wurde die Wirkung einer Grippeimpfung untersucht. Die Pflegepersonen zeigten eine geringere Reaktion auf die Impfung sowie einen schnelleren Abfall der Antikörpermenge gegenüber einer Kontrollgruppe. In einer weiteren Untersuchung ergab sich eine höhere Krankheitsanfälligkeit der Pflegenden. In einer weiteren Studie zeigten sich bei Pflegenden, die ihre Angehörigen über lange Jahre gepflegt hatten, nach einer Hautbiopsie eine deutlich verzögerte Wundheilung – sogar über mehrere Tage.

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass durch die Wirkung von chronischem Stress auf das Immunsystem vor allem chronische Entzündungen an verschiedenen Geweben wie Haut, Lunge, Magen, Darm oder Gelenken, zur Folge hat.

Ich habe euch eine Zusammenfassung der physischen Effekte von Stress (englisch) der Khan Academy (hier die Wikipedia-Info) herausgesucht:

Chronischer Stress führt u.a. zur Infektanfälligkeit, verzögerter Wundheilung und chronischen Entzündungen. Das sind gute Gründe für einen Stressabbau.

Bei diesem Science Slam Vortrag von Stefan Schneider seht ihr, was man gegen Stress machen kann. 🙂

Der Tipp lautet Stressabbau durch regelmäßige Bewegung – und Laufen wirkt am besten, wie man am Beispiel von netten Kätzchen mit langen Zähnen (= Säbelzahntiger) sieht. 😉

Literatur:

[1] Prof. Dr. L. Rensing, Biologie in unserer Zeit, Nr. 5/2006, 284-292

Barcamp Bonn mit #socialedumedia und #smartcity

Letztes Wochenende habe ich am 1. Barcamp Bonn im forum internationale wissenschaft bonn teilgenommen. Das Barcamp war super organisiert (vielen Dank an die Organisatoren und die Sponsoren) und es gab sooo viele interessante Sessions, dass die Wahl schwer fiel. Natürlich gab es viele Sessions rund um Social Media und Marketing, aber auch um Bonn, 🙂 Yoga, Impro-Theater… Eine gute und vielfältige Mischung.

Ich bin dann mal von einer Session zur anderen gehüpft 😉 – mit kurzen Zwischenstopps bei Kaffee, Getränken und Essen. Insgesamt 6 Themen habe ich geschafft. Zwei davon möchte ich kurz vorstellen.

BarcampBonn

Ich habe zumindest fleissig die Sessions notiert 😉

 

#SocialEduMedia – Bildungsrevolution durch Soziale Medien?

In dieser Session von Tobias Jakobi (@historytoby) ging es darum, wie Lernen und Unterricht mit Social Media unterstützt, verbessert, erweitert werden kann. Als iversity-Weiterbildungsfan war das für mich eine sehr interessante Diskussion. Allerdings lag der Focus mehr auf „in der Schule lernen“. Zusammengefasst ist bei mir folgendes hängengeblieben:

  • Man braucht gute Lehrer um die Basisbedingungen zu schaffen: sich selbst Wissen aneignen, Wichtiges erkennen etc. (dann „reicht auch eine Steintafel“ 😉 ).
  • Einsatz der modernen Medien, wie Tablets im Unterricht – dafür müssten dann die Lehrer ausgebildet sein sowie ein Internetzugang möglich sein.
  • Die Möglichkeit von Online-Lerngruppen, die sich z.B. per Chat austauschen können.
  • Dann gab es noch die Anmerkung, dass es schon viel gutes und interessantes Material „irgendwo im Netz“ gibt – man muss es nur finden…
    (ein paar „Fundstücke“ gibt es hier in meinem Blog *Eigenwerbung* 😉 )

Bonn als Smart City

Bei dieser Session war leider die Zeit etwas knapp. Es kamen so viele spannende Ansätze für eine Smart City, so dass leider für die exemplarische Frage wie man ein Thema umsetzen könnte, kaum Zeit blieb. (ok – wir haben überzogen – die nächsten standen schon vor der Tür.) Hier mal eine Auswahl der Vorschläge:

  • Internetzugang und IT für Schulen (ein Kommentar: da müssten die Lehrer weitergebildet werden – – – hatten wir das nicht schon mal und viele Eltern sind auch nicht auf dem Laufenden…)
  • Digitale Lenkung des Verkehrs (da musste ich dann wieder an die #Zukunftsstadt denken)
  • Open Data – alle Daten (unter Beachtung des Datenschutzes) frei verfügbar machen
  • Freies WLAN kostenlos
  • Ausbau der Stadtteilbibliotheken als Co-Working Spaces/Treffpunkte
  • Digitale Unterschriften für Bürger
  • Förderung des digitalen Verständnisses bei Verwaltung und Bürgern – am besten direkt von beiden Seiten anfangen 🙂

Den ausführlichen Link zur Session von Michael Lobeck findet ihr hier.

Da hier auch der „Netzausbau“ immer mal wieder auftaucht, habe ich hier einen Filmtipp: Auf Arte habe ich gestern zufällig in X:enius reingeschaltet. Das Thema war der Netzausbau – und vorher eine kurze Einführung wie das „Internet“ so funktioniert: Modem, Kupferleitungen, Nullen und Einsen… Die Sendung findet ihr hier.