Archiv für den Monat Januar 2015

Wissenschaftsjahr 2015: Zukunftsstadt

Letztes Jahr hatte ich einen Tipp zu den Terminen der MS Wissenschaft, die zum Wissenschaftsjahr 2014 „Die digitale Gesellschaft“ sozusagen digital unterwegs war. 😉

Neues Jahr – neues Thema: Im Wissenschaftsjahr 2015 geht es um die „Zukunftsstadt“.

Es wohnen immer mehr Menschen in (großen) Städten und es wird mit einer weiteren Zunahme der Stadtbevölkerung gerechnet. Durch diese immer größer werdende Menschenmenge müssen sich die Städte verändern, weil immer mehr Menschen Wohnraum, Energie, Wasser, Nahrung und Transportmittel brauchen.

Wenn man sich tagtäglich durch unsere Staus oder vollen Busse bewegt, sieht man schon jetzt einen Veränderungsbedarf – doch wie soll das für die Zukunft aussehen? Die Abgase der Autos verschmutzen zudem die Luft. In den letzten Jahren haben wir jedoch auch schon neue Ansätze für den „Verkehr der Zukunft“ kennengelernt: Carsharing, Bikesharing, Elektroautos. Bei der Stiftung Mercator habe ich das folgende mögliche Zukunftsmodell gefunden.

Es gibt jedoch nicht nur Indivdualverkehr, sondern auch Lieferverkehr und vor allem Nahrungsmittel müssen jeden Tag einer großen Menschenmenge – oft über große Strecken transportiert – zur Verfügung gestellt werden. Hier hat sich in den letzten Jahren der Trend Urban Gardening bzw. Urbaner Gartenbau, bei dem brachliegende Flächen oder auch Flachdächer genutzt werden. Hier gibt es ein paar praktische Beispiele. Einen professionelleren Ansatz findet man unter dem Begriff „vertical farm“. Es handelt sich um – sagen wir – Gewächs-Hochhäuser in den Städten, was die Transportwege deutlich reduzieren würde. Hierbei können die Pflanzen aufgrund des Gewichtes nicht in Erde gezogen werden. Auch wenn man bisher noch keinen wirklichen Hochhäuser gebaut hat, so gibt es schon Ansätze Flachdächer für professionellen Gemüseanbau zu nutzen oder auch höhere Gewächshäuser zu bauen.

Pflanzen“ in Städten haben auch einen weiteren Nutzen: Als Parks oder Alleen sorgen sie für ein angenehmes Wohnumfeld. Da „Fläche“ endlich ist, wird die Zahl und die Höhe der Hochhäuser zunehmen.

Hier habe ich als Beispiel die begrünte alte Hochbahntrasse in New York.

Beim Bauen stellt sich die Frage, wie baut man ressourcenschonend und energieeffizient. Eine Möglichkeit ist stromerzeugender Beton. Hier ein Link zu einem Beitrag der Uni Kassel. Weitere Möglichkeiten sind die genaue – elektronische – Steuerung des Verbrauchs an Energie und Wasser. Unter dem Begriff „Smart Home“ finden sich in letzter Zeit immer zahlreichere Möglichkeiten.

Diese Lösungen sind für die eigene Wohnung gedacht, aber auch für den gesamten Bedarf an Energie und Wasser gibt es neue Ansätze. Für die Gesamtsteuerung des Energiebedarfs einer riesigen Stadt benötigt man „Intelligente Stromnetze“ (smart grids). Damit nach Möglichkeit nicht so etwas passiert wie der Stromausfall 2006, der einen Teil von Europa lahmlegte.

Ich habe für euch auf Youtube 2 Videos gefunden. Meines Erachtens ergänzen sich beide. Das eine ist auf englisch von EPCengeryeducation und hier zu finden.

Das deutschsprachige stammt von der Stiftung Neue Verantwortung und wurde von Anke Weidlich hochgeladen.

In den Videos oben wird ebenfalls die „neue“ Möglichkeit der Stromerzeugung angesprochen: Erneuerbare Energien. Die Nutzung von Wasser, Wind und Sonne. Jeder könnte seine eigene Solarzelle 😉 auf dem Dach haben. Sogar mein Heimatstädtchen hat ein Solardachkataster.

Zum anderen brauchen und verbrauchen viele Menschen auch viel Wasser. Da Wasser in vielen Gegenden der Welt knapp ist, muss nach verbesserten Möglichkeiten der Wasseraufbereitung gesucht werden.

Zukunftsstadt – ein spannendes Thema. Was mich bei der Recherche (und den Arte-Sendungen, siehe unten) erstaunt hat, ist wie viel neue Ansätze es schon gibt.

Arte hat insgesamt 3 Sendungen zu dem Thema „Städte der Zukunft“ gebracht:

Folge 1: (bzw. hier)

Zukunftsstädte, die von Planern erdacht und „von Null“ auf gebaut werden. Ein Vorteil ist, dass alles auf dem aktuellen Stand der Technik ist, aber der Nachteil ist: ist das noch eine Stadt in der man leben möchte? Diese Städte haben ein ausgeklügeltes Computersystem mit einer Leitzentrale. Dort laufen alle Informationen zusammen. Die Verkehrsüberwachung kann z. B. direkt auf Falschparker zoomen und dann Knöllchen verschicken. Kinder können per Video auf dem Spielplatz, von der Wohnung aus, beobachtet werden. Oder wie es eine Bewohnerin ausdrückte: Man kann nicht fremdgehen…

Folge 2: (bzw. hier)

Hier geht es um den Verkehr und Energie.

Folge 3: (bzw. hier)

Das Thema dieser Folge ist die Ernährung der Stadtbevölkerung.

Ich habe versucht in diesem Beitrag viele Denkansätze anzusprechen. Aber es ist ein sehr komplexes Thema.

Was mir sonst noch so eingefallen ist: wie passe ich die Städte an eine alternde Bevölkerung an, wie ändert sich die Arbeitswelt mit der Digtalisierung – eigentlich kann man ja von (fast) überall arbeiten, was passiert bei Katastrophen – ich denke da gerade an meinen Iversity-Kurs.

Die Termine für die MS Wissenschaft, die auch dieses Jahr wieder unterwegs ist, gibt es erst Ende Februar. Natürlich gibt es von mir dann einen Tipp. 🙂

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Tipp: 5. Düsseldorfer Science Slam

Ich habe heute für euch eine Tipp: witzige allgemein verständliche wissenschaftliche Kurzvorträge an der Heinrich-Heine-Uni, den 5. Düsseldorfer Science Slam:

  • 20. Januar 2015, 17.00 Uhr, Hörsaal 5K, Gebäude 25.31, Heinrich-Heine-Universität
  • 21. Januar 2015, 19.30 Uhr, Haus der Universität am Schadowplatz

Der Eintritt ist frei – aber da es auch keine „Platzkarten“ gibt, wäre nach Auskunft der Organisatoren ein rechtzeitiges Erscheinen hilfreich. 😉 Die Website der Organisatoren findet ihr hier. Sie erklären dort auch ausführlich, was ein Science Slam ist und wer dort teilnimmt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich bei einem Science Slam um eine Art der Wissenschaftskommunikation handelt, die mit witzigen Kurzvorträgen wissenschaftliche Themen allgemein verständlich präsentiert. Das Publikum bewertet diese Vorträge und der interessanteste gewinnt.

Da es einfacher ist, sich selbst ein „Bild“ zu machen, habe ich ein paar Beispiel Youtube-Vorträge von ScienceSlam ausgewählt. Ich beginne mit dem Siegerbeitrag der Deutschen Science Slam Meisterschaften. Ein Paläontologe (jemand, der ziemlich tief in der Erde nach irgendwelchen Knochen von ausgestorbenen Tieren buddelt) hat gewonnen: Kai Jäger mit „Ein Fossil zum Knutschen“

Ein weiteres Beispiel ist die „Neurowissenschaft des Mitgefühls“ von Franca Parianen Lesemann, die ebenfalls an den Meisterschaften teilgenommen hat.

Wie ihr seht, gibt es hier wissenschaftlich eine große Bandbreite von interessant aufbereiteten Themen. Also entweder nach Düsseldorf kommen oder auch weiter auf Youtube stöbern. 🙂

Oder alternativ auf der Seite sciencesclam.org nach den nächsten Terminen an anderen Orten Ausschau halten. Vielleicht ist auch was in eurer Gegend dabei. 🙂

Nachtrag:

Hier findet ihr eine Kurzzusammenfassung des Düsseldorfer Science Slam 😉

Es gab insgesamt 4 interessante Vorträge. Zunächst einmal den Enführungsvortrag, der auführlich erklärte was ein Science Slam ist. Ich habe da noch so etwas wie Natrium, einen Steinbock, der Stadt Wissen und Holzkohle in Erinnerung… 😀

Weitere Assoziationen sind K-Space und Oeconomicum, C4-Pflanzen und Fahrplan sowie Kölner Schimpansen 😉 und bewaffnete Tiere. Alles in allem ein interessanter Abend. Die einzelnen Vorträge sollen noch online gestellt werden. Ich verlinke dann auf sie. Weiterhin – und das kündige ich dann wieder hier an – gibt es im Sommer einen großen Science Slam mit allen Fakultäten im Juni. Die Vorentscheidungen innerhalb der Fakultäten werden so etwa im Mai stattfinden.

Tipp: Der neue Iversity-Kurs „Disasters and Ecosystems“

Ich hätte beinahe den Start meines neuen Iversity-Kurses „Disasters and Ecosystems: Resilience in a Changing Climate“ verpasst. Aber mit einer Nachtschicht geht alles 😉 (ok – das war jetzt leicht übertrieben). Na ja, das gute an den MOOCs (Massive Open Online Course) ist, dass man sich die Zeit frei einteilen kann und eben auch einen Tag später „reinschauen“.

Aber jetzt zurück zum Kurs. Er passt recht gut zu meinem Blog-Beitrag von gestern. Wenn man auf die Macher des Kurses schaut, sieht man schon recht renommierte Institutionen. Verantwortlich für diesen MOOC zeichnen die Fachhochschule Köln und die UNEP (United Nations Environment Programme). Von der Fachhochschule Köln, die direkt „um die Ecke“ ist, habe ich schon gehört. Das UNEP – nun ja – sagt mir Vereinte Nationen irgendwas mit Umwelt 😉 Auf der Website sehe ich, dass sie schon 1972 als Stimme der Umwelt bei der UN gegründet wurde. Schon seit den 1970ern spielte also „Umwelt“ eine Rolle. Meine Entschuldigung ist, dass mich damals der Sandkasten mehr interessiert hat. 🙂

Schon diese beiden Organisationen versprechen einen fachlich guten Kurs, aber es gibt weitere Organisationen, die ihn unterstützen:

Das ist schon eine recht interessante Liste. Nach dem „WER“ schauen wir mal auf das „WAS“. Hier ein kurzer Auszug:

  • Klimawandel – und Anpassungen, die notwendig sind
  • Risikoreduktion von (Natur-)Katastrophen
  • Wie man die beiden obigen Punkte mittels ökosystembasierter Methoden erreichen kann

Die genauen Infos zum Kurs gibt es auf der Iversity-Website (siehe oben).

Dann endlich – das erste Kapitel 🙂 Man wird mittels Video (steht auch als Text-Download zur Verfügung) willkommen geheißen und in das MOOC eingeführt. Man kann sich auch in eine Weltkarte eintragen und sehen aus welcher Gegend die anderen Teilnehmer kommen.

Dann kommt eine Einführung ins Thema (mit weiterführenden Links/Informationen). Hier werden Begriffe/Begrifflichkeiten und deren Verwendung erklärt.

Ich finde den Ansatz ganz interessant, dass eine Gefahr/gefährliche Situation nicht zwingend zu einer Katastrophe zur Folge hat. Zudem wird darauf hingewiesen, dass auf die Verwendung des Begriffs „Naturkatastrophe“ verzichtet wird, da die Gründe hierfür oft auf menschlichen Handlungen basieren, wie z. B. die Besiedlung von Überflutungsgebieten an einem Fluss.

Den Abschluss dieses Kapitels bildet ein Interview mit Rajendra Pachauri vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, „Weltklimarat“).

Ich finde, dass wird ein spannender MOOC 😀 – WANN gibt es das nächste Kapitel? (gut, ich weiß es: nächste Woche 😉 )

Außerdem gibt es am Schluss – bei fleißiger Teilnahme – ein Zertifikat für’s Büro (war die Antwort in einem Quiz) 🙂

Da „die UN“ am MOOC beteiligt ist, habe ich für euch noch ein Video, dass anlässlich des UN-Klimagipfels 2014 publiziert wurde herausgesucht.

Ein weiteren interessanten Denkanstoß liefert David Puttnam mit seinem Vortrag „The Reality of Climate Change“ anlässlich TEDx Dublin.

Sturm, Regen, Unwetter – wo gibt es Infos?

Da das Wetter letztes Wochenende mal wieder brillant gut war – man konnte sich entscheiden zwischen wegfliegen oder wegschwimmen: 😉 Woher bekommt man eigentlich Infos über Unwetter, außer im TV, Radio oder auch der Zeitung.

Wolkenhimmel

Richtig schönes Wetter – um im Warmen zu sitzen und eine Tasse Tee zu trinken 😉 Foto: Ricarda Schügner

 

Es ist ja schon letztes Jahr zeitweise ziemlich ungemütlich geworden. Zu Pfingsten der Sturm Ela, der jede Menge Schäden verursachte. Hier findet ihr einen WDR-Bericht und unten ein Video von BurgaltendorfNews, das zeigt, was in Essen-Burgaltendorf los war.

Etwa anderthalb Monate später stand Münster unter Wasser – wie hier der WDR berichtet.

Das heißt, man kann sich durchaus Gedanken zum „Wetter“ machen. Abgesehen von den üblichen Wetter-Plattformen gibt es noch den Deutschen Wetterdienst (DWD). Neben Infos zum Wetter inkl. Warnungen findet man dort auch Infos zu Klima und Umwelt. Deutscher Wetterdienst – das hatte ich schon gehört, aber dass der zum Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gehört, war mir nicht bewusst.

Wenn man auf dem Laufenden bleiben will, kann man auch aus einer Liste den passenden Newsletter auswählen. Alternativ kann man sich via Youtube informieren lassen. Der DWD hat dort in der Tat einen eigenen Kanal. Im folgenden das Wetter vom 09.01.2015.

Eine Kooperation des DWD ist der Deutsche Warndienst. Hier kann man mittels Postleitzahl nach einem Unwetter in seiner Nähe suchen. 😉

Als helfenden Hände vor Ort sind mir neben Polizei und Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk (THW) eingefallen. Zu meinem Erstaunen handelt es sich hier um eine Bundesanstalt, wie ihr feststellen könnt, wenn ihr dem Link folgt. Dass das THW viele ehrenamtliche Mitarbeiter hat, war mit bekannt – und irgendwie habe ich da an eine vergleichbare Organisation wie die Freiwillige Feuerwehr oder die DLRG gedacht und nicht an Beamte…

Außerdem gibt es da noch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) – wie ich zum ersten Mal letztes Jahr auf dem Monitoring Camp gehört habe. Über den BBK-Link kommt ihr zur Selbstdarstellung der Behörde, die zwar auch interessant ist, aber im Moment interessieren mich Informationen zu Unwetter und Katastrophen. Wie komme ich auf die gewünschten Seiten?

Es gibt einmal oben im Menu die Möglichkeit „Vorsorge & Selbsthilfe“ auszuwählen, aber auch noch auf der Seite – neben dem Text in einem blauen Kasten. Etwas irritierend ist, dass man jeweils auf unterschiedliche Seiten kommt. Der Link im Kasten ist der passende.

Man kommt dort auf eine Seite mit weiterführenden Links. Die Themen sind die persönliche Notfallvorsorge, was uns zu einem Ratgeber für die Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notfallsituationen führt: benötigte Vorräte und Arzneimittel, Dokumente griffbereit aufbewahren… Es ist die komplette Broschüre als pdf-Datei. Wenn man zurückgeht, kommt man auch direkt zur Seite, die über „richtiges Verhalten bei Unwetter informiert“. Einiges hat man mit Sicherheit schon gehört, aber erinnert man sich dann auch in der entsprechenden Situation. Dass (viel) Wasser und Strom keine gute Kombination sind, wissen wahrscheinlich viele, aber wenn, z. B. das Wasser im Keller steht, denkt man dann auch daran? Ist man sicher, dass der Strom vor Betreten des Kellers abgeschaltet ist?

Ein weiterer Recherche-Tipp, den ich dort gefunden habe, ist das deutsche Notfallvorsorge-Informationssystem deNis. Hier findet man neben aktuellen Meldungen auf der Startseite, auch Seiten, die beispielsweise Links zum Thema Naturkatastrophen oder Ressourcen auflisten. Falls man was zu den Themen sucht – einfach mal stöbern.

In der Tat erstaunlich, welche Informationen unsere Behörden zur Verfügung stellen. Mich würde interessieren, wer – mit Ausnahmen derjenigen, die sich damit auskennen – diese Informationen mal „so eben“ nutzen würde bzw. wüsste wo er suchen muss.