Krabbeltiere (Insekten, Spinnen etc.) als Proteinlieferant

Mir sind zufällig die NNI News [Lit. 1] in die Hände gefallen. Ein Artikel über Insekten (oder auch nicht) als mögliche Quelle für wertvolle Eiweiße hat zu meinem Entschluss geführt, dass ich mal ein Ründchen klugxxx (ihr wisst schon…). Besonders augenfällig an dem Artikel ist das große Bild einer großen Spinne. Zwar zieht das Foto die Aufmerksamkeit auf sich, aber zur Artikelüberschrift passt es dann nicht, da diese „Insekten als Proteinquellen“ lautet. Im Artikel geht es dann allerdings wieder um eine Studie mit Spinnen. Was denn nun? Spinnen oder Insekten?

Eine relativ einfache Möglichkeit zur Unterscheidung ist die Zahl der Beine. Insekten haben 6 Beine (= 3 Paare) und Spinnen 8 (= 4 Paare). Im Bild findet ihr eine schematische Darstellung.

Spinnen_Insekten_a

Sehr schematische Darstellung: Insekten vs. Spinnentiere

Immerhin gehören Insekten und Spinnen zu den Gliederfüßern (Arthropoda), die eine Reihe von essbaren Eiweißlieferanten bieten. Neben einer guten Auswahl an unterschiedlichsten Insekten und Spinnentieren (Arachnida – hierzu zählen neben den eigentlichen Spinnen z. B. auch Skorpione und Milben) findet man auch genießbare Tausendfüßer.

Der Tisch ist also reich gedeckt mit eiweißreichen Krabbeltieren, die in vielen Teilen der Welt tatsächlich die Speisekarte bereichern. Sie bieten durchaus einen Vorteil bei der Zucht und dem Platzbedarf. In Europa gehören sie jedoch zu den Ausnahmen oder Spezialitäten.

Ein Beispiel an das ich mich erinnere ist der „Milbenkäse“, bei dem Frischkäse mit Hilfe von Milben reift und die am Käse verbleibenden Milben zusätzliches Eiweiß liefern. 😉

Um dauerhaft die Ernährung zu mit Insekten, Spinnen & Co. zu bereichern, muss entweder der Ekelfaktor reduziert werden oder sie dienen in den Ländern als wertvolle Nahrung in denen sie ohnehin verzehrt werden. Bei Future Mag (Arte) [Link] gibt es hierzu einen interessanten Beitrag. Als eine Möglichkeit Insekten zu essen ohne, dass es „sichtbar“ ist, ist es die Insekten zu einem Mehl zu verarbeiten und in Plätzchen zu verbacken. Nun ja.

Markt_China_a

Gebackene/Frittierte Auswahl an Krabbeltierchen auf einem chinesischen Markt 🙂

Mein bisher exotischster Test war Qualle in Sojasauce. Schmeckt so ungefähr wie Blattgelatine in Sojasauce. Nicht schlimm, aber brauche ich nicht wieder. :-/ Ob ich mich an Insekten etc. wagen würde, wahrscheinlich eher nicht.

Aber wie in der vorgestellten Studie mit Spinnen (gemahlen) oder bei Future Mag mit Mehlwürmern (auch gemahlen und in Plätzchen eingebacken) gibt es Möglichkeiten das Eiweiß in eine – sagen wir – neutrale Form zu bringen. Plätzchen oder ein wie auch immer gearteter Fleischersatz aus dem Mehl… Ich bin wohl noch nicht soweit 😉

Hier findet ihr weitere Infos: (Viel Spaß beim Videos anschauen – – – )

Future Mag von Arte: YoutubeWebsite

Wie man eine gemischte Tüte Krabbeltiere verspeist (Max Wiens) oder alternativ Spinnen in Kambodscha.

Artikel gibt es bei SWR2 und SWR 1000 Antworten sowie lifeline oder dem Audi-Blog.

Dies ist nur eine kleine Auswahl. Wenn man nach der Anzahl der Beiträge zum Thema „Proteine aus Gliederfüßern“ geht, scheinen die „neuen“ Nahrungsmittel ja doch irgendwie vor der Tür zu stehen…

Literatur:

[1] NNI News, Nr. 2/2014 (Nestlé Nutrition Institute)

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Veröffentlicht am Dezember 15, 2014 in NATUR + WISSENSCHAFT und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Insektenmehl ist (wohl auch für mich) eine gute Alternative und wird sich dann sicher auch irgendwann durchsetzen. Auch wenn es ja schon wirklich gute Rezeptkreationen mit Insekten gibt ( zum Vergleich: http://wuestengarnele.de/epages/fde33375-a556-4820-9d94-ff9a819cee81.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/fde33375-a556-4820-9d94-ff9a819cee81/Categories/INSEKTEN_REZEPTE ) bin ich doch noch zu sehr an Schnitzel und Co gewöhnt. Naja… Zeiten ändern sich… I:N:G:O:

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  2. Na, hat jemand schon mal Insekten gegessen? Ich muss sagen, eine HEuschrecke schmecckt gar nicht schlecht!

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  1. Pingback: Die Nutzpflanzen-Ausstellung im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität | Natur-Wissenschaft-Blog

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