Archiv für den Monat November 2014

Kristalle – Symmetrie – MOF – Gase

Als ich mich bei Iversity für den Kurs zu Faszination von Kristallen und Symmetrie gesehen hatte, musste ich mich sofort einschreiben. Chemie 😀 Die Erinnerung an die Studienzeit und gleichzeitig das etwas angestaubte Wissen aufpolieren. Und tatsächlich – die Erinnerung ist zurückgekommen. Ein wirklich guter und anschaulicher Kurs. Vielen Dank 🙂

Mineralien

Mineralien – und jetzt erinnere ich mich auch wieder an Symmetrie, Bravais Gitter und Röntgenbeugung usw. 🙂 Foto: Ricarda Schügner

 

Für mich als Organiker wird es allerdings gerade jetzt mit Kapitel 6 so richtig interessant: Metallorganische Verbindungen, die mikroporöse kristalline Materialien bilden (metallorganische Gerüste, engl. metal organic framworks bzw. MOF). Metalle in Verbindung mit Aromaten, Heterozyklen, Polyenen – endlich ein paar ordentliche Moleküle 😉

Allerdings waren mir die möglichen Einsatzgebiete der MOFs nicht mehr geläufig. Besonders spannend finde ich die Möglichkeit sie als Speicher für Wasserstoff zu nutzen, da Wasserstoff eine saubere Energiequelle für Autos ist. In Brennstoffzellen bildet Wasserstoff mit Sauerstoff Wasser und Energie in Form von Elektrizität. Ein Problem bei der Nutzung von Wasserstoff als Antrieb im Auto ist es, dass es sich im Gegensatz zu Benzin um einen gasförmigen Stoff handelt, der im Tank einen größeren Raum einnimmt, so dass normale Tanks nicht ausreichen. Da sich die Wasserstoffmoleküle bevorzugt an Oberflächen anlagern, ist eine Möglichkeit die Oberflächen innerhalb des Tanks zu vergrößern. Die MOFs bieten hier bei vergleichbar geringem Volumen durch die mikroporöse Struktur eine sehr große Oberfläche.

Eine Empfehlung des Crystal & Symmetry MOOC-Teams hierzu ist das Youtube-Video von Chris Wilmer, dass in die unendlichen Weiten der MOFs führt (der Anfang sieht wirklich nach Weltraum aus 😉 ).

Ergänzung: Organische Kristalle – die Struktur der DNA

Heute ist mir noch eine wichtige Ergänzung zu organischen Molekülen in Kristallform eingefallen:

Ohne die Röntgenstrukturanalysen von Rosalind Franklin hätten James Watson und Francis Crick ihr Doppelhelix-Modell der DNA (Desoxyribonukleinsäure) nicht entwickeln können. Ausführliche Infos zu Rosalind Franklin findet ihr hier.

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Tipp: Die Studie „Small World of Words“

Mein Tipp heute ist die Studie „Small World of Words“. Es handelt sich bei der Studie um ein internationales Projekt der katholischen Universität Leuven, dass bereits 2003 gestartet wurde. Das Ziel des Projektes ist es herauszufinden, wie Wörter im Gedächtnis abgelegt werden. Mittlerweile ist das Projekt auf die folgenden Sprachen „angewachsen“:
Englisch, Deutsch, Niederländisch, Französisch, Spanisch, Rio-de-la-Plata Spanisch, Japanisch, Vietnamesisch, Chinesisch (Kantonesisch). Die KU Leuven arbeitet dazu mit verschiedenen Institutionen in dem jeweiligen Sprachraum zusammen. Für das Projekt in deutscher Sprache sind das das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die Universität Tübingen und die Universität Basel.

Als Vorstellung für das mentale Lexikon dient eine Bibliothek: Die Bücher sind dort in der Regel nicht nur alphabetisch geordnet, sondern auch nach Fachbereichen sortiert und verschlagwortet. Der Aufbau dieser mentalen Bibliothek soll mit Hilfe eines Online-Assioziationsspiels untersucht werden.

Da ich – bekannterweise – sehr an derartigen Dingen interessiert bin (Assoziation: neugierig 😉 ), habe ich das Spiel direkt getestet :-D. Der Link ist hier. Und es werden weiterhin Teilnehmer gesucht. Also wer nach meiner Beschreibung auch mitmachen will: nur zu.

Auf der Startseite wird kurz erklärt, worum es geht. Man bekommt 18 Worte „serviert“, zu denen jeweils die ersten 3 Begriffe, die einem einfallen, ergänzt werden sollen.
Dann findet man noch die beteiligten Institutionen/Universitäten sowie in der Fußzeile die Links zu den anderen Sprachen.

Nachdem man die Teilnahme bestätigt hat, werden die Fragen nach denen später ausgewertet werden soll gestellt: Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Muttersprache (Deutschland, Österreich, Schweiz… – da sich der Sprachgebrauch je nach Gebiet durchaus unterscheidet).

Was mich interessieren würde, wie geht man mit persönlichen Assoziationen um? (Ich werde das hier mal möglichst neutral formulieren…) Wenn jemand z. B. bei Drache an Person XY denkt oder bei Löwe an Gebrüll und Person AB. Ob das dann Streichergebnisse sind? Auf jeden Fall werde ich weiter am Ball bleiben und nach den Ergebnissen Ausschau halten.

Da die Studie für andere Sprachen (Englisch, Niederländisch) schon länger läuft, gibt dort auch schon Ergebnisse, die man sich hier anschauen kann. Auf dieser Seite besteht die Möglichkeit sich über Visualisierungen anzeigen zu lassen mit welchen Begriffen ein anderer z. B. „dog“ verknüpft wurde. Weiterhin gibt es auch hier die Verlinkung zu den Wortassoziationsspielen aller untersuchter Sprachen.

Zum Abschluss noch meine persönliche Visualisierung für die Wortablage 😉