Fünf mal Obst und Gemüse am Tag: Mehr bringt nicht mehr?

Letzte Woche erschien im Deutschen Ärzteblatt online ein Artikel zu einer Metaanalyse, die verschiedene Studien zusammengefasst, wie sich die Aufnahme von Obst und Gemüse auf das Risiko an bestimmten Krankheiten (z. B. Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen) zu sterben, untersucht hat. Die Studie ist hier zu finden.

Insgesamt wurden 16 Kohortenstudien in der Metaanalyse, im Hinblick auf das Sterberisiko in Zusammenhang mit der aufgenommenen Menge an Obst und Gemüse, ausgewertet. Als Ergebnis kam raus, dass eine höhere Aufnahme an Obst und Gemüse das Sterberisiko senkt, aber nur bis zu fünf Portionen am Tag. Dann zeigt ein „mehr“ keinen größeren Effekt.

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Für einen Carotinoid-Chemiker: Beta-Carotin, Lycopin, Capsorubin – für alle anderen Möhre, Tomaten, Paprika 😉 – und natürlich das Öl zur Aufnahme der fettlöslichen Vitamine nicht vergessen; Foto: Ricarda Schügner

Also scheinen fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag über den Daumen gepeilt eine gute Mengenangabe. Diese fünf Portionen pro Tag sind eine durchaus bekannte „Mengenangabe“. Es gibt weltweit Kampagnen dafür. Wo wurden die ersten gestartet? (neugierig wie öfters mal 😉 )

Das Programm wurde 1988 in Kalifornien vom National Cancer Institute (NCI) gestartet. [Lit. 1] 1991 wurde das Programm landesweite vom NCI aufgelegt. Neben den Regierungsstellen beteiligt sich die private Industrie an der Kampagne. Die Botschaft ist, dass eine obst- und gemüsereiche Ernährung das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen sowie kardiovaskuläre Erkrankungen reduzieren kann. Wobei für Männer teilweise ein höherer Konsum empfohlen wird: 9-A-Day. Es handelte sich um eine großangelegte Kampagne mit Radio- und TV-Werbung, Broschüren, Website sowie Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen. Hierbei schien die Visualisierung besonders wirksam zu sein.

Aktuell wird die Kampagne vom Center of Disease Control (CDC) weitergeführt (Titel: fruits and veggies more matters).

So hat z. B. eine Studie gezeigt, dass die Mikronährstoffe im Plasma nach drei Monaten mit einer Aufnahme von fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zunehmen. [Lit. 2]

Die WHO hat die Initiative dann weltweit unterstützt. Die Initiative „5 am Tag“ gibt es auch in Deutschland. Wobei ich zwischen der CDC-Seite einerseits und der WHO sowie der deutschen 5 am Tag-Seite andererseits einen für mich sehr interessanten Unterschied gefunden habe: Beim CDC zählen Kartoffeln auch als mögliche Portion während sie bei der WHO-/5 am Tag-Seite [Lit. 3] aufgrund ihres Stärke-/Kohlenhydratgehalts rausfallen. Für mich, der gerne Kartoffeln mag, ist das nicht ganz nachvollziehbar, da z. B. auch Bananen nicht so ganz „ohne“ (Kohlenhydrate) sind. Auch die Mengenangaben unterscheiden sich. Auf der WHO-Website wird von einem Minimum von 400 g pro Tag gesprochen, während es auf der 5 am Tag-Seite 650 g sind. [Lit. 3]

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Obst mit Radieschen 🙂 Foto: Ricarda Schügner

Mein persönliches Fazit der ganzen Studien, Vorschläge, Kampagnen…

Für mich sind die fünf Portionen Obst und Gemüse (in cups/Tassen wie beim CDC oder Handvoll) am Tag eine gute Faustregel. Wenn es sich bei einer Portion dann auch mal um ein Glas Saft oder Kartoffeln (Pellkartoffeln mit frischem Kräuterquark: LECKER) handeln kann: toll 😀 Und in der aktuellen Jahreszeit mit dem großen Angebot an frischem Obst und Gemüse ist es einfach lecker und macht Spaß sich daran zu orientieren – und auch mal mehr zu futtern.

Gerade gestern ausprobiert: Vanillejoghurt mit frischen Himbeeren 🙂

Himbeeren

Himbeeren – in Vanillejoghurt einfach lecker

Literatur:

[1] DiSogra, L; presentation at WHO Fruit and Vegtable Promotion Initiative Meeting, Geneva, August 26, 2003

[2] Stahl, W et al.; Nutr J 2009, 8:10

[3] 5 am Tag-Spielregeln zum Download auf der 5 am Tag-Seite

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Veröffentlicht am August 10, 2014 in NATUR + WISSENSCHAFT und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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